Archiv
Coach Roger Lemerre - der distanzierte Nordfranzose

Mit Roger Lemerre ist nicht gut Kirschen essen. Grundsätzlich hält Frankreichs Nationaltrainer, der während der Fußball-WM am 18. Juni 61 Jahre alt wird, Journalisten für die Ursache aller Probleme innerhalb einer Mannschaft. Deshalb gab der Coach sein letztes großes Interview im Oktober 1999 und beschränkt sich ansonsten auf die Pflicht-Pressekonferenzen vor und nach den Spielen.

sid PARIS. Lemerre spielte 444-mal in der Premiere Division, bestritt in den 60er Jahren einige Länderspiele als Libero, war Trainer bei RC Lens sowie Racing Straßburg und übernahm danach im französischen Verband die Militärmannschaft. Mit der Soldaten-Truppe stand der Nordfranzose lange im Schatten der anderen Auswahlteams, bis seine Elf 1995 die Militär-Weltmeisterschaft im Iran gewann. Sein zweiter Titel sollte Frankreichs EM-Triumph vor zwei Jahren bei der Euro in Belgien und den Niederlanden werden.

Im Winter 1997 hatte Lemerre sich beim Verband unbezahlten Urlaub genommen, um seinen ans Tabellenende gerutschten Heimatverein Lens vor dem Erstliga-Abstieg zu retten. Das gelang ihm zwar, das Angebot, zu bleiben, lehnte er jedoch ab. Im Januar 1998 machte ihn Frankreichs damaliger Nationalcoach Aime Jacquet überraschend zu seinem Assistenten für die bevorstehende WM-Endrunde im eigenen Land mit der Begründung, er brauche noch einen loyalen Partner im Betreuer-Team.

Als Assistent war Lemerre lebenslustig und immer für einen Witz gut, doch seit er nach Frankreichs WM-Titelgewinn vom zurückgetretenen Jacquet die Chefrolle übernommen hat, ist der Coach spürbar auf Distanz zu den Spielern seines Starensembles gegangen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%