Cobra findet für Aktienpaket keinen Käufer
Commerzbank glaubt entgegen Cobra-Prognose an Weiterbestand

Die Commerzbank hat am Sonntag die Überzeugung geäußert, auch in Zukunft ein erfolgreiches Institut zu sein, nachdem die Investorengruppe Cobra die Existenz der Bank in einem Jahr angezweifelt hatte.

rtr FRANKFURT. "Uns wird es in einem Jahr noch geben und es wird uns besser gehen als je zuvor", sagte ein Sprecher der Bank am Sonntag. Auf die Frage, ob die Commerzbank in einem Jahr noch existieren werde, hatte der Chef der Investorengruppe Cobra, Hansgeorg Hofmann, in einem vorab veröffentlichten "Spiegel"-Interview gesagt: "Wenn die Dinge so bleiben, wie sie heute sind - dann sicherlich nicht."

Die Investorengruppe Cobra hatte am Freitag auf der Commerzbank-Hauptversammlung überraschend ihren Widerstand gegen den Vorstand des Instituts aufgegeben und dem neuen Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller ihre volle Unterstützung zugesagt. Hofmann hatte gesagt, die Cobra wolle mit dem neuen Bank-Chef konstruktiv zusammenarbeiten, um die seiner Ansicht nach notwendige Neuausrichtung des Instituts zügig voranzubringen. Die Cobra bemüht sich seit rund einem Jahr vergeblich, einen Käufer für ihr Anteilspaket zu finden. Die Gruppe hält nach eigenen Angaben rund zehn Prozent an der Commerzbank. Hofmann sagte weiter, dass die Commerzbank zunächst einmal Ruhe brauche. "Kein strategischer Investor hat Interesse daran, in ein Institut einzusteigen, über das laufend öffentlich geredet wird", sagte Hofmann dem "Spiegel". Eine feindliche, grenzüberschreitende Übernahme im Bankgewerbe ist nach Einschätzung Hofmanns derzeit in ganz Europa nicht denkbar. Daher brauche Cobra die Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Die Commerzbank strebt nach den Worten ihres Sprechers "eher eine Evolution an Stelle einer Revolution" an. Weiter sagte Hofmann, die Cobra-Aktionäre hätten ihre Verträge mit der Investorengruppe bis Ende dieses Jahres verlängert.

Der Commerzbank-Sprecher dementierte zudem einen Bericht in der "Welt am Sonntag", demzufolge sich das Institut nach Angaben aus Vorstandskreisen zukünftig entweder auf Investmentbanking oder Vermögensverwaltung konzentrieren werde, weil beides nicht ginge. "Wir sehen keinen Widerspruch darin, beides anzubieten. Es gibt keinen Grund, das eine oder das andere aufzugeben", sagte der Commerzbank-Sprecher.

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