Cobra kündigt Widerstand gegen Commerzbank-Pläne an
Auslandsbanken erhöhen Beteiligung an Commerzbank

Der Machtkampf geht weiter: Die Commerzbank baut sich einen Schutzwall. Großaktionär Cobra will eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. >>Analysten sehen keinen Mehrwert >>Kommentar: Zwischen Freund und Feind

gja/rob/wsje FRANKFURT/M. Im Ringen um die Macht bei der Commerzbank ist eine neue Runde eingeläutet worden. Der italienische Versicherer Generali wird seine Beteiligung an der Frankfurter Großbank von derzeit etwa 5 auf knapp 10 % aufstocken. Das teilte die Commerzbank mit. Vom spanischen BSCH wird ein solcher Schritt ebenfalls erwartet. Künftig liege gut ein Fünftel ihres Kapitals in den Händen befreundeter Finanzpartner im Ausland, so die Commerzbank.



Am Bankenplatz Frankfurt wird die Aufstockung als Versuch der Commerzbank gewertet, sich gegen feindliche Übernahmen zu wappnen. Im Frühjahr hatte die Investorengruppe Cobra die Bank aufgeschreckt. Der von Cobra kontrollierte Anteil von 17 % hat sich nach eigenen Angaben inzwischen etwas erhöht, liegt aber noch unter 20 %.



Das Klima zwischen Cobank und Cobra, die einen Käufer für ihr Paket sucht, droht durch die Abwehrmaßnahmen rauer zu werden. Cobra halte sich alle Möglichkeiten offen, darauf zu reagieren, sagte Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann. Dazu gehöre auch eine außerordentliche Hauptversammlung. Hofmann betonte zugleich, die Cobra werde nicht weichen, und deutete an, die Gruppe könnte ihren Anteil noch deutlich hochfahren und auf Konfliktkurs zum Vorstand der Commerzbank gehen.



Die Vereinbarung zwischen Commerzbank und der Generali-Tochter AMB sieht eine verstärkte Zusammenarbeit beim Vertrieb von Versicherungs- und Bankprodukten vor. Im Fall BSCH ist ein Ausbau der Kooperation noch unklar. Die Commerzbank will auf jeden Fall die BSCH-Tochter CC-Bank erwerben. Für die Spanier wäre nach Angaben aus Bankenkreisen insbesondere eine Beteiligung am Direktbroker Comdirect reizvoll.



Eine Übereinkunft von BSCH und Commerzbank noch in dieser Woche wird nicht ausgeschlossen. Die deutsche Seite drücke aufs Tempo, heißt es in den Kreisen. Bis zur Klärung der Details könnte es aber Wochen dauern.

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