Cockpit erwartet Unternehmensreaktion
Lufthansa und Gewerkschaft stehen vor neuen Verhandlungen

Die Deutsche Lufthansa und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi stehen vor neuen Verhandlungen über ein Sparkonzept für die Fluggesellschaft. Beide Seiten bekräftigten am Montag in Frankfurt am Main ihre Gesprächsbereitschaft. Sowohl über den Verhandlungstermin als auch über mögliche Kompromisslinien wurde jedoch Stillschweigen bewahrt. Die Pilotenvereinigung Cockpit, deren Einparvorschläge von der Unternehmensführung zunächst abgelehnt worden waren, will bislang keine weiteren Zugeständnisse machen.

ap FRANKFURT/MAIN. Laut Verdi-Sprecher Ingo Schwope haben sich Unternehmensführung und Gewerkschaft zu Verhandlungen verabredet. Um die Gespräche jedoch in aller Ruhe und mit Aussicht auf Erfolg führen zu können, "wollen wir den Termin nicht in aller Öffentlichkeit breittreten", sagte Schwope. Eine Lufthansa-Sprecherin erklärte: "Die Tür zu Verhandlungen ist offen." Informelle Kontakte seien bereits im Gange. Die Unternehmensführung hatte am Dienstag vergangener Woche überraschend mit Entlassungen gedroht. Es würden Kündigungen von Beschäftigten in der Probezeit eingeleitet und auch betriebsbedingte Kündigungen erwogen, sagte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther.

Unbestätigt war zudem von bis zu 4 000 Betroffenen die Rede. Die Gewerkschaft sah sich darauf hin unter Druck gesetzt und warf dem Unternehmen vor, den Betriebsfrieden zu stören. Zugleich signalisierte Verdi-Verhandlungsführer Jan Kahmann jedoch ebenso Verhandlungsbereitschaft wie das Unternehmen selbst. Die Gespräche zwischen der Lufthansa und der Pilotenvereinigung Cockpit über Konsequenzen aus den Anschlägen vom 11. September waren in der vergangenen Woche unterbrochen worden. Der Sprecher der Standesorganisation, Georg Fongern, sagte am Montag, Cockpit sei über die bereits gemachten Zugeständisse hinaus zu keinen weiteren Abstrichen bereit.

Man warte jetzt auf die Reaktion des Lufthansa-Vorstandes. Fongern wies darauf hin, dass die erst kürzlich vereinbarte ergebnisabhängige variable Vergütung bereits eine Senkung der Pilotengehälter um 20 bis 25 % in den Jahren 2001 und 2002 zur Folge habe. Cockpit habe zusätzlich den Verzicht auf die für 2002 vereinbarte Einkommenserhöhung um 5 % angeboten. Gleichwohl habe sich die Lufthansa nicht in der Lage gesehen, dieses Angebot anzunehmen und den Bestand der Arbeitsplätze im Cockpit zu garantieren. Im übrigen sei es mit der Außerdienststellung von 43 Flugzeugen bereits zu ebenso vielen Teilbetriebsstilllegungen gekommen.

Thomas Cook setzte Sparpaket weitgehend um

Unterdessen hat das zu 50 % zum Lufthansa-Konzern gehörende Touristik-Unternehmen Thomas Cook ein radikales Sparpaket von mehr als einer halben Milliarde Euro weitgehend in die Tat umgesetzt. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtete, gehören dazu auch Einschnitte beim Kabinenpersonal der unternehmenseigenen Charterfluggesellschaft Condor. Mit Verdi sei eine weit reichende Vereinbarung geschlossen worden. "Das bringt uns die Kostenentlastung, die wir im Rahmen unseres Ergebnissicherungsprogramm brauchen", zitierte die Zeitung Thomas-Cook-Chef Stefan Pichler. Mit ebenfalls 50 % ist Karstadt-Quelle der zweite Großaktionär des Reiseveranstalters.

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