Cockpit sieht im neuen Unternehmensangebot keine Substanz
Streik bei Lufthansa kaum noch abzuwenden

Die Flugzeuge der Lufthansa werden aller Wahrscheinlichkeit nach am Donnerstag auf dem Boden bleiben. "Ein Streik ist kaum noch abzuwenden", sagte das Vorstandsmitglied der Pilotenvereinigung Cockpit (VC), Georg Fongern, am Mittwochmorgen. Die Interessenvertretung der Piloten sei allerdings bereit, auch kurzfristig mit der Deutschen Lufthansa weiterzuverhandeln.

ap FRANKFURT/MAIN. Ein neuerlicher Pilotenstreik bei der Lufthansa am (morgigen) Donnerstag scheint kaum noch abwendbar. Nach der Fluggesellschaft bestätigte auch die Pilotenvereinigung Cockpit am Mittwochmorgen, dass bei den Tarifverhandlungen in der Nacht zuvor kein Ergebnis erzielt worden sei. Ein neuer Gesprächstermin wurde zunächst nicht anberaumt. Cockpit-Sprecher Georg Fongern zeigte sich zwar weiterhin verhandlungsbereit, erklärte jedoch, dass wohl "nur noch ein Wunder" den geplanten 24-stündigen Streik verhindern könne.

Das neue Verhandlungsangebot der Lufthansa sei "ohne größere Substanz" gewesen, so dass Cockpit nicht habe zustimmen können, sagte Fongern. Es habe sich lediglich um eine Modifikation des alten Modells gehandelt, das Einkommensverbesserungen zwischen zehn und 16,7 % vorsehe. Dabei verschweige die Lufthansa aber, dass sich dieses Angebot auf vier Jahre erstrecke, so dass pro Jahr im Durchschnitt nur ein Plus von 3,3 % herauskomme. Dies sei nicht annehmbar angesichts der Tatsache, dass die Piloten während der Krise der Lufthansa Anfang der 90er Jahre Einkommenseinbußen akzeptiert hätten.

Über den genauen Inhalt des neuen Lufthansa-Angebots wollten sich allerdings weder Unternehmenssprecherin Katrin Haase noch Fongern äußern. Der Cockpit-Sprecher erklärte, man halte sich an das vereinbarte Stillschweigen, um die Grundlage für neue Gespräche nicht zu zerstören. Die Pilotenvereinigung vertritt rund 80 % der Lufthansa-Piloten und fordert für sie Einkommensverbesserungen von durchschnittlich 35 %.

Erst am vergangenen Freitag hatten die Flugkapitäne mit einem zwölfstündigen Streik für chaotische Zustände auf deutschen Airports gesorgt. Nach einer Urabstimmung hatten sie am vergangenen Donnerstag angekündigt, ohne eine Einigung im Tarifkonflikt seien während der nächsten vier Wochen jeweils donnerstags 24-stündige Streiks geplant.

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