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"Code Red" greift in Asien weiter um sich

Die neue Version des Internet-Computer-Wurms "Code Red" greift vor allem in Asien weiter um sich und hat nach Schätzungen von US-Experten bislang weltweit einen Schaden von umgerechnet knapp 4,5 Mrd. DM verursacht.

rtr SEOUL/PEKING. In Südkorea seien seit dem 20. Juli rund 13 000 Firmen und Organisationen infiziert worden, teilte das Informations- und Kommunikationsministerium am Mittwoch in Seoul mit. Experten einer chinesischen Anti-Virus-Firma sagten, der Wurm habe allein seit Anfang der Woche mindestens 180 Server befallen. Das kalifornische Forschungsunternehmen Computer Economics hält es für möglich, dass der Wurm die geschätzten 8,7 Mrd. $ (rund 19,4 Mrd. DM) Kosten des Virus "I love you" aus dem vergangenen Jahr übertreffen könnte. Die zweite Generation von "Code Red" sei wesentlich widerstandsfähiger als die erste.

Computer-Würmer wie "Code Red" verbreiten sich im Gegensatz zu Viren selbstständig über Netzwerke von einem Computer zum anderen. Viren können sich dagegen nur innerhalb eines Rechners von Datei zu Datei ausbreiten. Die am Wochenende aufgetauchte neue "Code Red"-Variante enthält nach Expertenangaben ein "Trojanisches Pferd", das sich als nützliches Programm tarnt, beim Herunterladen jedoch gefährliche Programme einschleust und Hackern später einen unbemerkten Zugriff auf die Dateien des befallenen Computers ermöglicht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hatte Anfang der Woche auch In Deutschland von Attacken des Wurms berichtet.

Auch Regierungs-Computer lahmgelegt

In Südkorea seien vor allem zahlreiche kleine, aber auch einige große Unternehmen wie Hyundai Motor von dem Wurm befallen, teilte das Informationsministerium des Landes weiter mit. Am Dienstag hatte "Code Red" nach Angaben des Ministeriums für Inneres und Verwaltung zudem die Computersysteme einiger Regierungsbehörden des Landes lahm gelegt.

In China seien 70 bis 80 % der bislang bestätigten Angriffe des Wurms bei Computer- und Informationstechnologie-Unternehmen aufgetreten, sagte eine Sprecherin der Virusschutz-Firma Beijing Rising Technology in Peking. Das Ministerium für öffentliche Sicherheit, das am Dienstagabend vor einer Ausbreitung des Wurms gewarnt hatte, wollte keine Angaben zur Zahl der infizierten Server machen. In der vergangenen Woche waren Experten noch davon ausgegangen, Computer mit Betriebssystemen in chinesischer Sprache seien gegen "Code Red" immun.

"Code Red II" befällt Experten zufolge wie seine Vorgängerversionen Rechner mit den Microsoft-Programmen Windows 2000, Windows NT, der Beta-Version von Windows XP und die Versionen 4.0 und 5.0 des Internet Information Server (IIS). Als Schutz kann ein Programmzusatz (patch) installiert werden, der von der website www.microsoft.com heruntergeladen werden kann.

Eine besondere Sicherheitsgefahr geht Experten zufolge von der schnellen und unkontrollierbaren Ausbreitung des Wurms aus. Zudem würden immer häufiger zahlreiche angeschlossene Geräte wie beispielsweise Druckertreiber von Hewlett-Packard zusammenbrechen, obwohl sie gar nicht selbst infiziert seien.

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