Columbia Pictures warb mit fiktivem Lob um Zuschauer
Hollywood-Filmstudio blamiert sich mit gefälschten Kritiken

David Manning lobte gerne Filme aus Sony-Produktion. Der Mann war so echt wie die Gefühle auf der Leinwand. Jahrelang ging alles gut, aber dann wollte ein Magazin den Kritiker sprechen.

dpa NEW YORK. Eines der einflussreichsten Hollywoodstudios hat seine Produktionen seit Jahren durch einen eigens dafür frei erfundenen Filmkritiker loben lassen. Als Konsequenz aus der von US- Medien aufgedeckten Affäre wurden jetzt zwei Verantwortliche der Werbeabteilung des Unternehmens Sony Picture Entertainment, zu dem auch die Columbia Studios gehören, ohne Gehaltszahlung bis auf weiteres beurlaubt. Das berichtete am Freitag das Fachblatt "Daily Variety".

Den Angaben zufolge wurde Sony mittlerweile von zwei Kinobesuchern verklagt. Sie machten geltend, dass sie auf Grund gefälschter Angaben dazu verleitetet wurden, sich den Film "A Knights Tale" anzusehen. Bei der Werbung für den Film waren lobpreisende Zitate des angeblichen Filmkritikers David Manning verwendet worden, der in Wirklichkeit gar nicht existiert.

Der Schwindel war aufgeflogen, als Reporter des Magazins "Newsweek" bei der im Bundesstaat Connecticut erscheinenden Tageszeitung "The Ridgefield Press" anriefen und Manning sprechen wollten, der laut Sony-Filmwebung für das Blatt schrieb. Bei der Zeitung, die gar keine eigenen Filmkritiken veröffentlicht, war der Name völlig unbekannt.

Sonys Marketing-Chef Jeff Blake sagte inzwischen, das Entertainment-Unternehmen habe Maßnahmen getroffen, damit so etwas nie wieder vorkommen könne. Die "Korrektheit von Zitaten in künftigen Werbekampagnen" werde sichergestellt.

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