Comdirect wünscht Mobilcom viel Glück
Analysten sehen Einstieg von Mobilcom ins Bankgeschäft insgesamt positiv

Die Pläne der Mobilcom AG, in den hart umkämpften Bankenmarkt einzusteigen, sind von Direktbanken und Analysten positiv bewertet worden. Es werde für einen Neuling jedoch nicht einfach sein, in den Markt einzutreten und sich langfristig zu behaupten, sagte Comdirect-Sprecher Mathias Hayer. Ralf Hallmann, Analyst bei der Bankgesellschaft Berlin, sieht in der möglichen Bankgründung neue Wege zur Kundenbindung, da sich alle Finanztransaktionen über das Handy abwickeln ließen. Von 2007 an könnten bei Mobilcom operative Erträge erzielt werden, da die Lizensierung des UMTS-Standards noch einige Zeit in Anspruch nehmen werde.

bue/ulDÜSSELDORF. Während andere Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom-Tochter T-Mobil und Viag-Interkom auf Kooperationen setzten, will der Büdelsdorfer Konzern offenbar seine Kunden dazu bewegen, Aktiendepots von der hauseigenen Mobilcom-Bank verwalten zu lassen und den An- und Verkauf von Wertpapieren über das Handy abzuwickeln.
Dabei setzt der Telekomanbieter auf den Handel über Mobiltelefone, der mit der Einführung des neuen, internetfähigen Mobilfunkstandards UMTS erheblich zulegen dürfte. Für den Wechsel zur Mobilcom-Bank soll mit umfangreichen Zahlungsleistungen und Finanzierungsmodellen für Darlehen geworben werden. Die Gründung einer eigenen Bank sei aber nur eine von drei Möglichkeiten, die zur Zeit geprüft würden, präzisierte inzwischen ein Unternehmenssprecher.

Der potenzielle Konkurrent wünscht Mobilcom viel Glück

Für Mobilcom werde ein möglicher Einstieg Banken-Markt nicht einfach, sagte Comdirect-Sprecher Hayer. Die Kunden des Netzanbieters hätten schließlich bereits Bankverbindungen. Also werde es darauf ankommen, den Finanzinstituten Kunden abzuwerben und aus Handy-Kunden auch Bank-Kunden zu machen. "Dabei kann der Mobilcom nur viel Glück gewünscht werden", sagte Hayer.

Roland Pfänder von der BHF-Bank, Frankfurt, prognostiziert der Expansion der Mobilcom in die Kreditwirtschaft gute Chancen. Die Zielgruppe verfüge über die nötige Kaufkraft und sei technisch interessiert. Dies seien ideale Voraussetzungen für die Mobilcom, ihr Kundenpotenzial zu vergrößern. Außerdem sei es schon jetzt möglich, Aktienkäufe mittels Handy abzuwickeln.

Ralf Hallmann von der Bankgesellschaft Berlin bewertet den von der Mobilcom angekündigten Einstieg in das Bankgeschäft ebenfalls prinzipiell positv. Mit der Einführung des internetfähigen Mobilfunkstandards UMTS vergrößerten sich die Kommunikationsmöglichkeiten. Dabei avanciere die Prepaidkarte von der einfachen Telefonkarte zur Kreditkarte, sagte Hallmann.



Zunächst müsse die Mobilcom die UMTS-Lizenzen erstmal erwerben, gibt hingegen Rainer Raschdorf von der DG Bank zu bedenken. Wenn dies gelinge, sei entscheidend, dass der neue Mobilfunk-Standard UMTS auch funktioniere. Sollte dies nicht der Fall sein, werde auch die Bank nicht funktionieren. Besonders den bestehenden Kundenstamm, den er auf 2,5 Millionen Handy-Kunden schätze, sehe er als großen Vorteil, der bei der Mobilcom die fehlende Infrastruktur einer Bank ausgleiche. Bislang werde jeder Mobilfunk-Kunde der Mobilcom mit 1500 Euro bewertet. Bei Erwerb der der UMTS-Lizenzen könne dies eine Höherbewertung der Kunden auf bis zu 10 000 Euro bedeuten, sagte Raschdorf.

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