Comedy und bekannte Entertainer sollen Zuschauer locken
Im Fernsehen nichts Neues

Der TV-Branche gehen die Ideen aus. Nach Reality-TV und Quizshow ist kein neuer Trend in Sicht. Die Branche trifft sich in dieser Woche zum Medienforum und Programmmarkt Cologne Screenings in Köln.

DÜSSELDORF. Für Sat 1-Geschäftsführer Martin Hoffmann sind die niedrigen Quoten der Harald-Schmidt-Show kein Problem. Er sieht das so: "Wenn es keine aktuellen Themen wie zum Beispiel eine Boris-Becker-Geschichte gibt, hat es bei Harald automatisch Auswirkungen auf die Quote - das wird bei der Analyse häufig vergessen", sagt der Sendechef. Es gebe eben Zeiten, in denen man "thematisch einfach begrenzt", sei.

Wohl auch deshalb spricht der Chef des "Kuschelsenders" lieber über andere Themen - etwa über neue Formate, denn davon hat er eine Menge, vor allem neue Serien und neue Shows. Trotz gesunkener Quoten setzt Sat 1 auch weiter auf Comedy. So startet die "Wochenshow" im Herbst einen "Relaunch" mit neuem Team und jungen Gesichtern. "Wir werden unsere Politik weiter verfolgen und besonders junge Comedians auf ausgewählten Sendeplätzen präsentieren", so Hoffmann.

Sender greifen auf Altbewährtes zurück

Die Fernsehsender greifen zur Zeit verstärkt auf Altbewährtes zurück. Abermals setzt man große Hoffnungen in bekannte TV-Recken. So erlebt Jürgen von der Lippe bei Sat 1 ein Comedy-Revival, und "Wetten dass...?"-Erfinder Frank Elstner erweist RTL 2 seine Dienste in der Show "Die neuen Fernsehmacher". Bei RTL 2 hofft man zudem auf fremde Phantasie. Die Zuschauer werden aufgefordert, konzeptionelle Vorschläge über Showformate an den Sender zu schicken.

Der "große Bruder" RTL plant laut Gerhard Zeiler, Geschäftsführer RTL Television, alte Stärken weiter auszubauen. Vorrangig seien dabei weitere Ausgaben des RTL-Aushängeschildes, der Quizsendung "Wer wird Millionär?". Zudem will der Sender den Freitag als Comedy-Tag erhalten, und außerdem verstärkt auf Sitcoms setzen. "Gerade in diesem Genre entwickeln wir viele neue Formate", sagt Zeiler.

Comedy, wohin man schaut

Ein neuer viel versprechender Programmtrend ist im Privatfernsehen nicht in Sicht. Dafür gibt es weiter Comedy, wohin man schaut.

Auch Pro Sieben reiht sich ein. Schließlich hat der Sender mit Stefan Raabs "TV-Total" den Comedy-Quotenkönig gestellt - auch wenn der Glanz mittlerweile ein wenig verblasst ist. "Natürlich bleibt dieser Schwerpunkt erhalten", sagt Susanne Lang von der Pro Sieben Gesamtkommunikation. Zudem will der Privatkanal, wie schon im vergangenen Sommer, verstärkt Abenteuer-Shows senden.

RTL 2 setzt auf unterhaltenden Wettkampf

Bei RTL 2 erfreuen sich andere Formate großer Beliebtheit: "Wir setzen weiter auf die Kombination von Unterhaltung und Wettkampf", sagt Pressesprecherin Barbara Faltermeier. So lockt der Sender in der neuen "Popstars"-Staffel wieder mit einer Musik-Karriere. Und Ex-Box-Profi Axel Schulz sucht weiterhin den "Megaman". Zudem gebe es eine Kooperation mit MTV. RTL 2 überträgt im Herbst den MTV-Music-Award. Auch eine Zusammenarbeit mit dem Megakonzert "The Dome" sei möglich.

Echte Highlights - Fehlanzeige. Doch: Es gibt ja noch die Fußball-Bundesliga. Sieben Spiele, darunter das Topspiel, sind in der Prime-Time ab 20.15 Uhr bei Sat 1 zu sehen. "Ich erwarte das attraktivste Fußballpaket seit Beginn der Sendung", so Geschäftsführer Martin Hoffmann. Das Konzept der Sendung ist unkompliziert: "Einfach nur Fußball, Fußball, Fußball."

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