Commerce One belastet
SAP enttäuscht die Börse

Die Flaute auf dem IT-Markt und Verluste bei seinem US-Partner Commerce One haben dem Softwareriesen SAP im ersten Quartal 2002 einen Ergebniseinbruch beschert. Das Konzernergebnis verringerte sich um 40 % auf 65 Mill. Euro, wie SAP am Donnerstag in Walldorf mitteilte. Eine deutliche Verbesserung erwartet das Unternehmen, das sich entgegen der Hoffnung von Analysten nicht von der Marktflaute abkoppeln konnte, aber für das zweite Halbjahr.

WiWo/ap WALLDORF. Seine Prognose für das Gesamtjahr bekräftigte SAP. Das Ergebnis der gewöhnlichen Betriebstätigkeit verringerte sich um zehn Prozent auf 186 Mill. Euro und das Ergebnis vor Ertragssteuern um 32 % auf 127 Mill. Euro. Der Umsatz verbesserte sich um neun Prozent auf 1,66 Mrd. Euro. Ohne die Akquisition von TopTier und die Verluste von Commerce One, an dem SAP mehr als 20 % hält, legte das Konzernergebnis leicht von 117 auf 121 Mill. Euro zu. An der Börse verlor die SAP-Aktie bis zum Mittag 2,33 % und gehörte damit nach Epcos zunächst zu den größten Verlierern.

SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann erklärte: "Im Vergleich zu einem sehr starken im Vorjahr und trotz eines schwierigen Marktumfeldes entspricht das erste Quartal im Großen und Ganzen unseren Erwartungen." SAP erwarte "ein deutlich stärkeres zweites Halbjahr" und gehe nach wie vor davon aus, den Umsatz im Gesamtjahr 2002 um rund 15 % steigern zu können. Zudem erwarte das Unternehmen, "dass die Marge beim operativen Ergebnis in 2002 um mindestens einen Prozentpunkt über dem Vorjahresniveau von 20 % liegen wird".

Enttäuscht reagierten Analysten auf den Umsatzrückgang bei den Softwarelizenzen um zwölf Prozent auf 402 Mill. Euro. Es sei deutlich geworden, dass auch SAP dem negativen Trend nicht habe trotzen können, sagte Analyst Derric Marcon von ING Barings. Die Branche leidet seit geraumer Zeit darunter, dass viele Unternehmen die Anschaffung von neuen Softwarelösungen derzeit verschieben. Positiv entwickelten sich dagegen der SAP-Beratungsumsatz, der um 18 Prozent auf 539 Mill. Euro zulegte.

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