Commerzbank bestätigte erste Gespräche
Dresdner und Commerzbank ordnen Hypobanken neu

Die Commerzbank und die Dresdner Bank sprechen nach Informationen aus Bankenkreisen über eine Neuordnung ihres Hypothekenbankgeschäftes. "Dresdner und Commerzbank befinden sich definitiv in Gesprächen über ihre Hypothekenbanken", hieß es am Montag in den Kreisen.

Reuters FRANKFURT. Die Commerzbank bestätigte erste Gespräche über eine Neuordnung, nannte dabei aber die Dresdner Bank nicht explizit als möglichen Partner. "Bei einer möglichen Neuordnung handelt es sich um eine Idee, über die in allerersten Kontakten gesprochen worden ist", sagte ein Sprecher. Die Dresdner Bank kommentierte die Aussagen nicht.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, Commerzbank und Dresdner Bank planten die Fusion ihrer Hypothekenbank-Töchter Rheinhyp und Deutsche Hyp. In den Verbund solle möglicherweise auch die Hypothekentochter der Deutschen Bank, Eurohypo, einbezogen werden. Eine Einbeziehung der Eurohypo wurde in den Kreisen am Montag aber als "sehr spekulativ" bezeichnet. Die Deutsche Bank selbst gab am Montag ebenfalls keinen Kommentar ab.

Neben ihrer Immobilientochter Rheinhyp verfügt die Commerzbank noch über eine 51-prozentige Beteiligung an der Hypothekenbank in Essen. Ob diese bei der geplanten Neuordnung des Geschäftes ebenfalls eine Rolle spielen soll, war zunächst nicht zu erfahren.

Die Dresdner Bank-Tochter Deutsche Hyp war im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten, nachdem die Risikovorsorge vor allem wegen Wertberichtigungen auf Gewerbeimmobilien in den neuen Bundesländern drastisch auf 585 Millionen Euro erhöht werden musste. Das Ergebnis der Bank war deswegen 2000 auf 0,9 Millionen Euro nach 120,5 Millionen Euro im Vorjahr eingebrochen. Die Probleme bei der Deutschen Hyp hatten auch das Ergebnis der Dresdner Bank belastet. Am Markt war aus diesem Grund spekuliert worden, der neue Finanzkonzern aus Allianz und Dresdner Bank könnte sich von der Immobilienbank trennen. Deutsche-Hyp-Vorstandssprecher Heinz-Jörg Platzek hatte jedoch im April bei der Präsentation der Bilanz seiner Bank gesagt, eine Trennung stehe nicht zur Diskussion. Man sehe die Zukunft in der neuen Gruppe.

Was die Deutsche Hyp als Partner jedoch nach Einschätzung von Analysten trotz der zuletzt schwachen Zahlen als Partner interessant machen könnte ist die Tatsache, dass sie über das sogenannte Gemischtbankenprivileg verfügt. Damit ist die Bank nicht den relativ engen Beschränkungen unterworfen, die das deutsche Hypothekenbankgesetz den Spezialbanken bei ihren Geschäften auferlegt. Eine Ausweitung der Geschäftsfelder wird vor allem wegen sinkender Margen und rückläufigem Neugeschäfts in den angestammten Bereichen von nahezu allen deutschen Immobilienbanken angestrebt.

Die generelle Neuordnung im deutschen Hypothekenbankgeschäft ist bereits seit geraumer Zeit in vollem Gang. Das Geschäft der Spezialbanken wird von der Schwäche im deutschen Wohnungsbau ebenso belastet, wie der sinkende Kreditbedarf der Öffentlichen Hand, den die Hypothekenbanken über ihr Staatskreditgeschäft decken. Das für die Banken entscheidende Kreditneugeschäft war bei den meisten Instituten im vergangenen Jahr rückläufig.

Zahlreiche Banken haben auf das schwächere Umfeld bereits mit unterschiedlichen Maßnahmen reagiert. So will die Hypovereinsbank vier ihrer fünf Hypothekenbanktöchter zusammenlegen, um damit ihre Schlagkraft im Markt zu erhöhen. Die Deutsche Pfandbriefbank (Depfa) beschloss im vergangenen November ihre Aufspaltung in eine Staats- und eine Immobilienfinanzierungsbank.

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