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Commerzbank: Gericht blockiert vorläufig Kapitalerhöhung

Das Landgericht Frankfurt hat nach Angaben der Commerzbank die geplante Kapitalerhöhung des Geldinstituts bis zu einer Anhörung am kommenden Montag blockiert.

Reuters FRANKFURT. "Es gibt (am Montag) eine Anhörung. Wir sind zuversichtlich, dass die Kapitalerhöhung wie geplant stattfinden wird. Durch die Anhörung wird es allenfalls zu einer zeitlichen Verzögerung kommen", sagte ein Commerzbank-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Es gebe eine Beschwerde eines Aktionärs. Nach Informationen aus Bankenkreisen richtet sie sich gegen den Bezugsrechtsausschluss der Aktionäre bei der geplanten Kapitalerhöhung und einen womöglich zu niedrigen Verkaufspreis von Commerzbank-Aktien an die Generali.

Die Commerzbank hatte vor wenigen Wochen mitgeteilt, sie wolle die Zusammenarbeit mit ihren südeuropäischen Partnern vertiefen, dem italienischen Versicherungskonzern Generali und der spanischen Banco Santander Central Hispano (BSCH); dafür kündigte sie eine Kapitalerhöhung von mehr als zwei Mrd. Euro an. Dabei ist geplant, dass Generali ihren Anteil an der Commerzbank auf rund zehn Prozent verdoppelt. Zudem werden nach Angaben der Frankfurter Bank mit der BSCH fortgeschrittene Verhandlungen über eine Kapitalerhöhung geführt.

Der Commerzbank-Sprecher erklärte, die vorliegende Beschwerde einer ihrer Aktionäre sei nichts Außergewöhnliches. Jeder Anteilseigner könne von diesem Recht Gebrauch machen. Man müsse nun sehen, was die Anhörung am kommenden Montag ergeben werde. Die Bank sei jedoch zuversichtlich, dass die Kapitalerhöhung wie geplant stattfinden werde, da sie von der Aktionärsversammlung genehmigt worden sei. Über die Gründe der Beschwerde wollte der Sprecher keine Angaben machen. In dem Reuters vorliegenden Beschluss des Landgerichts heißt es dazu, die angekündigte Kapitalerhöhung der Commerzbank sei zur vorläufigen Sicherung zu unterlassen, bevor die Bank ihre Aktionäre schriftlich über den Bezugsrechtsausschluss, dessen Grund und den vorgeschlagenen Ausgabebetrag unterrichtet habe. Dies Maßnahme gelte bis zur mündlichen Verhandlung. Beim Frankfurter Landgericht war am Montag zunächst niemand für einen Kommentar zu erreichen.

Commerzbank-Aktien legten nach Bekanntwerden der Gerichtsentscheidung zweitweise deutlich zu und stiegen in der Spitze um mehr als fünf Prozent auf 33,70 Euro. Am Abend lag er bei einem schwachen Marktumfeld immer noch knapp drei Prozent über dem Vortagesschluss.

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