Commerzbank
Kommentar: Nur noch wenig Spielraum

Die zweite Kostensenkungsrunde, die Commerzbankchef Klaus-Peter Müller jetzt einleitet, macht klar, wie wenig Banken derzeit ihr eigenes Schicksal in der Hand haben.

Mit Kreativität und Marktnähe können sie zwar versuchen, ihre Erträge zu steigern. Ein aktuelles Beispiel ist das jetzt gestartete Internetportal für große Firmenkunden der Commerzbank. Doch in dem schwachen Wirtschaftsumfeld ist dieses Potenzial verschwindend gering - verglichen mit den Problemen.

Zum Beispiel der Kursverfall an den Börsen: Er vernichtet Wert in den Beteiligungsportfolios der Banken. Allein für die Commerzbank schätzen Analysten die Wertminderung auf 1,8 Mrd. Euro in diesem Jahr. Das sind zwar bislang unrealisierte Verluste, die nicht in die Gewinnrechnung eingehen. Aber sie reduzieren das Eigenkapital. Die Konsequenz: Das Polster, um durchzuhalten solange nennenswerte Erträge ausbleiben, wird dramatisch dünn. Und die Luft in dem mit Eigenkapital zu unterlegenden Kreditgeschäft wird dünn. Das Vertrauen der Kredit- und Aktienmärkte in die Banken sinkt, die Refinanzierungskosten steigen.

Wie können die Banken aus dieser teuflischen Situation ausbrechen? Commerzbankchef Müller zieht die Kostenschraube an. Gleichzeitig versucht er, das Profil der Bank im mittelständischen Firmen- und im Privatkundengeschäft zu schärfen. In dem schwachen Wirtschaftsumfeld werden Erfolge aber durch die großen Probleme, etwa bei der Kreditrisikovorsorge, zugeschüttet. An den Börsenkursen, am Bestand fauler Kredite und der geringen Investitionsneigung ihrer Kunden können die Banken derzeit kaum etwas ändern. Sie können die Kosten senken und Weichen für die Zukunft stellen. Mehr ist im Moment nicht möglich. Ob es reicht, ist ungewiß. Denn das nächste Jahr wird den Banken voraussichtlich keinen Aufschwung bringen, sie brauchen dicke Polster.

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