Commerzbank profitiert weiter von Übernahmespekulationen
Außer Spesen nicht viel gewesen

Mit etwas leichteren Kursen hat sich der deutsche Aktienindex aus dem ersten Handelstag der Woche verabschiedet. Der Dax schloss mit einem Verlust von 0,7 % oder 19 Punkten bei 2 937 Zählern.

vwd FRANKFURT. Die Tagesverluste von in der Spitze knapp drei Prozent bis zum frühen Nachmittag konnte der Index zum Schluss nahezu wieder wettmachen. Anfangs hatte der starke Euro belastet, er drückte in erster Linie auf die stark exportabhängigen Automobil-, Industrie- und Pharmawerte. Am Nachmittag bekam der deutsche Markt dann jedoch Unterstützung von der Wall Street, wo die Kurse im Verlauf kontinuierlich anzogen. Am Ende hieß es dann: Außer Spesen nicht viel gewesen.

Beobachter sprachen unisono von einem ausgesprochen ruhigen Wochenstart. Zur Begründung führten sie an, dass es weder von Unternehmen noch von der Konjunktur Impulse gegeben habe. Zwar habe sich fundamental, also mit Blick auf die Konjunktur und die Unternehmensergebnisse, nicht viel geändert, hieß es. Der im Tagesverlauf wieder etwas festere Dollar habe den Verkaufsdruck gemindert. Dies habe die Sorgen über schmelzende Gewinne der betroffenen Unternehmen zumindest vorübergehend etwas abgeschwächt. Mittelfristig dürfte das Damoklesschwert einer steigenden Gemeinschaftswährung die Kurse aber weiter belasten, urteilten Analysten.

Zu den Tagesverlieren zählten Automobilaktien, auch wenn sie mit dem anziehenden Gesamtmarkt Boden gutmachen konnten. Volkswagen verloren mit 2,4 % auf 31,73 Euro am stärksten, gefolgt von Daimler-Chrysler mit minus 1,2 % auf 28,06 Euro und BMW, die 0,8 % auf 29,46 Euro nachgeben. Auch Technologietitel wie Siemens und SAP schlossen mit sehr schwacher bzw mit schwacher Tendenz. BASF litten Händlern zufolge ebenfalls unter der Hausse des Euro und verloren 0,7 % auf 37,25 Euro.

Gewinnmitnahmen, vor allem bei Finanzwerten, liefen nach Aussagen von Händlern am Nachmittag langsam aus. Hier seien im späten Geschäft wieder Käufe von Anlegern zu verzeichnen gewesen. Diese hatten auf weiter fallende Kurse gesetzt und mussten sich angesichts der steigenden Tendenz kurzfristig eindecken. So kletterten Commerzbank um ein Prozent auf 8,91 Euro und Hypo-Vereinsbank um 3,8 % auf 12,21 Euro.

Letztere profitierten von neuen Spekulationen um eine bevorstehende Konsolidierung im Bankensektor. Diese hatte der Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank, Martin Kohlhaussen, mit der Aussage angefacht, das Risiko einer Übernahme der Commerzbank sei "sehr groß". Gleichwohl betrachteten viele Marktteilnehmer die Spekulationen skeptisch, weil die Commerzbank wider Erwarten einen kleinen Gewinn verbucht hat. "Die Spekulationen dürften morgen schon wieder vergessen sein", sagte ein Teilnehmer. Deutsche Bank blieben etwas zurück, die Titel verloren 0,5 % auf 47,27 Euro.

Bei den Versicherern verteuerten sich Allianz um 2,5 % auf 66,60 Euro, auch Münchener Rück schlossen leicht im Plus. Um diesen Wert gab es vorübergehend Gerüchte, denen zufolge die Allianz oder die Hypo-Vereinsbank den Verkauf von Aktien der Münchener Rück planen. Dies belastete die Aktie des Rückversicherers kurzzeitig erheblich. Im Laufe des Nachmittags setzte sich Händlern zufolge aber die Überzeugung durch, dass kurzfristig wohl nicht mit einer Platzierung zu rechnen sei.

Linde zählten zu den Tagesverlierern. Die Aktien gaben 4,5 % auf 31,98 Euro ab. Negative Aussagen des Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Reitzle zum Geschäftsverlauf im ersten Quartal hätten auf den Kurs gedrückt, hieß es im Markt. Ebenfalls deutlich im Minus notierten Tui, die 4,5 % auf 12,06 Euro abgaben. Händler begründeten dies mit Herunterstufungen durch Finanzhäuser. MAN verbilligten sich um 2,5 % auf 15,76 Euro. Aktienhändler führten dies unter anderem auf die Einschätzung von Analysten zurück, denen zufolge das Geschäft bei MAN Roland enttäuschend verlaufen ist.

Deutsche Post litten unter einer Herunterstufung ihrer Bonität durch die Ratingagentur Standard & Poor's für den Bonner Logistik-Konzern; die Aktien fielen um 3,3 % auf 11,01 Euro zurück. Analysten bezweifelten allerdings, dass das niedrigere Rating größere Auswirkungen für die Post hat.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%