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Commerzbank prüft Antrag auf außerordentliche Hauptversammlung

dpa FRANKFURT. Die Commerzbank prüft derzeit einen Antrag auf eine außerordentliche Hauptversammlung. Ein Sprecher des Instituts sagte der "Börsen-Zeitung", ein entsprechendes Schreiben sei eingegangen. Dabei sei die gesetzliche Voraussetzung, dass diese Aktionäre über Anteile von mindestens fünf Prozent des Grundkapitals verfügen, inzwischen erfüllt. Details wollte der Sprecher nicht nennen.

Beobachter gehen davon aus, dass die Investorengruppe CoBRa hinter dem Antrag steht. CoBRa wollte früheren Presseberichten zufolge auf einer außerordentlichen Hauptversammlung die Verwässerung ihrer Commerzbank-Anteile durch die Ausgabe junger Aktien an den italienischen Versicherer Generali nachträglich stoppen. Der Mit- Eigentümer der CoBRa-Muttergesellschaft Rebon, Klaus-Peter Schneidewind, bestritt in der "Welt am Sonntag", hinter dem Antrag zu stehen.

Die 39 CoBRa-Partner wollten nach früheren Presseberichten, auf der Hauptversammlung Schadensersatz vom Management fordern, da dieses die Aktien bei der Kapitalerhöhung unter Wert an die Italiener verkauft habe. Um den Angriff auf die Unabhängigkeit des Institutes abzuwehren, hatte der Commerzbank-Partner Assicurazioni Generali SpA (Triest) seinen Anteil an der Bank von fünf auf zehn Prozent aufgestockt. Bei der CoBRa und der Commerzbank war am Wochenende niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die CoBRa ist ein Zusammenschluss von Commerzbank-Aktionären, die die Fusion der Frankfurter Großbank mit einem ausländischen Bankkonzern betreiben. Nach früheren Angaben bündelt die CoBRa mehr als 17 % der Anteile. Durch die jüngste Kapitalerhöhung der Commerzbank dürfte sich dieser Anteil jedoch auf rund 16 % verwässert haben, schreibt die "Börsenzeitung".

Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen hatte CoBRa im Juli die Ausübung der Stimmrechte untersagt, weil dem Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann die nötige Zuverlässigkeit absprochen wurde. CoBRa hat diesen Beschluss angefochten. Der Entzug der Stimmrechte werde vermutlich noch im November geklärt, sagte Schneidewind der "Welt am Sonntag". Er rechne mit einem Sieg.

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