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Commerzbank rutscht wegen Abbau bei Investmentbanking in rote Zahlen

Die Commerzbank ist zwischen Juli und September nach zwei profitablen Quartalen wegen eines Verlusts im Eigenhandel, den Kosten für den Abbau beim Investmentbanking sowie schwachen Erträgen wieder in die Verlustzone gerutscht.

dpa-afx FRANKFURT. Die Commerzbank ist zwischen Juli und September nach zwei profitablen Quartalen wegen eines Verlusts im Eigenhandel, den Kosten für den Abbau beim Investmentbanking sowie schwachen Erträgen wieder in die Verlustzone gerutscht. Außerdem gab die drittgrößte börsennotierte Bank einen Umbau des Vorstands bekannt, im Zuge dessen der comdirect-Chef Achim Kassow in die Führungsspitze des Mutterkonzerns aufrückt. Deswegen aufkeimende Gerüchte, die Commerzbank wolle die comdirect komplett übernehmen, dementierte Unternehmenschef Klaus-Peter Müller entschieden. Die Commerzbank-Aktie legte bis gegen 15.50 Uhr um 1,87 Prozent auf 15,25 Euro zu.

Zwischen April und September musste die Bank einen Verlust von 208 Mill. Euro nach einem Gewinn von 248 Mill. Euro im zweiten Quartal verbuchen. Dabei schlugen die Kosten für den deutlichen Einschnitt beim Investmentbanking, das in Zukunft in der Sparte Corporates & Markets eingegliedert wird, mit 132 Mill. Euro zu Buche. Außerdem enttäuschten die Erträge, bei denen das Handelsergebnis sogar ins Minus rutschte. Der Zinsüberschuss sank von 805 Mill. Euro im zweiten Quartal auf 718 Mill. Euro und lag damit unterhalb der Analystenprognose. Im Provisionsgeschäft verzeichnet die Bank einen Rückgang auf 519 (Prognose: 533) Mill. Euro nach 557 Mill. Euro im zweiten Quartal.

Besseres Handelsergebnis IN Q4 Erwartet

Im Eigenhandel, der mit dem Umbau stark reduziert wird, verlor die Bank in den drei Monaten bis September neun Mill. Euro nach einem Gewinn von 131 Mill. Euro zwischen April und Juni. Vor Steuern habe der Verlust 121 Mill. Euro nach einem Vorsteuergewinn von 382 Mill. Euro im Vorquartal. Für das vierte Quartal 2004 erwartet Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller ein wieder besseres Handelsergebnis und auch ein höheres operatives Gesamtergebnis. Er bestätigte trotz des Verlusts im dritten Quartal seine Aussagen, für das laufende Jahr eine Dividende auszuschütten. Der Bankchef bestätigte zudem die mittelfristigen Ertragsziele der Bank. Demnach soll die Eigenkapitalrendite nach Steuern 2005 auf mindestens acht Prozent und 2006 auf 10,3 Prozent steigen.

Das Geschäftsfeld Investmentbanking (Commerzbank Securities) wird eingestampft und in das Geschäftsfeld Corporates & Markets eingegliedert. Die Sparte soll sich in Zukunft vor allem auf Kunden bezogene Geschäfte konzentrieren. "Den Eigenhandel werden wir nicht aufgeben, aber kräftig zurecht stutzen", sagte Müller, "Gleiches gilt für Bereiche Brokerage und Research, wo wir uns künftig auf deutsches und sektorales europäisches Geschäft konzentrieren." Vom Abbau im Investmentbanking sind vor allem die ausländischen Filialen betroffen. Die Zweigstelle in Tokio wird ganz geschlossen. In New York soll ein Großteil der 118 Stellen gestrichen werden. Im bisher größten Bereich in London soll es in Zukunft nur noch rund 300 der derzeit 576 Stellen geben. Vergleichsweise glimpflich kommt der Standort Frankfurt davon. Hier soll die Stellenzahl von derzeit 425 um etwa 30 reduziert werden.

Durch die Neubestellung des comdirect-Chefs und in den Commerzbank-Vorstand und dem Abbau beim Investmentbanking komme zu einer teilweisen Neuverteilung der Ressortzugehörigkeit. "Martin Blessing übernimmt ab sofort die Verantwortung für die mittelständischen und großen Firmenkunden", teilte die Bank mit. Nicholas Teller sei künftig für den Bereich Corporates & Markets verantwortlich, das neben dem Geschäft mit multinationalen Unternehmen auch das Kapitalmarktgeschäft umfasst. "Dieses wird insgesamt verkleinert und stärker als bislang an den Bedürfnissen von Firmen-, Privat- und institutionellen Kunden ausgerichtet." Alle Veränderungen seien gültig ab dem 10. November.

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