Commerzbank und Metro gefragt
Ifo-Index stützt Dax nicht nachhaltig

Der unerwartet deutlich gestiegene Ifo-Geschäftsklima-Index hat den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch nur kurze Zeit gestützt. Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank seien viele Investoren dem Markt ferngeblieben, sagten Händler.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. Der Dax fiel in der Folge bei niedrigen Umsätzen um 0,6 % auf 3198,82 Punkte. Der MDax sank um ebenfalls 0,6 % auf 3474,28 Zähler. Der TecDax stieg um 0,1 % auf 420,48 Punkte und machte die Vortagesabschläge damit zum Teil gut.

Die US-Notenbank senkte unmittelbar nach Börsenschluss in Deutschland den Leitzins um 0,25 Punkte auf 1,0 %. Die US-Zinsen sind damit auf dem niedrigsten Stand seit 1958. Einige Beobachter hatte jedoch auch mit einer Zinssenkung um 0,50 %punkte gerechnet. Die US-Börsen reagierten zunächst uneinheitlich auf den Zinsschnitt.

Positiv wirkte sich der Ifo-Index auf die Einzelhandelstitel aus - allen voran auf den Handelskonzern Metro. Die Aktie gewann 1,7 % auf 26,69 ?. Mit der nun verzeichneten Aufhellung auch im Einzelhandel beginne die Kaufzurückhaltung in Deutschland offenbar "etwas nachzulassen", sagte Volkswirt Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank. Im MDax gewannen Aktien von Karstadt-Quelle 0,2 % auf 17,52 ?.

Der Ifo- Geschäftsklimaindex für Westdeutschland ist im Juni von 87,6 auf 88,8 Punkte gestiegen. Damit fiel der Zuwachs etwas stärker aus, als von vielen Experten erwartet.

Spitzenreiter war die Commerzbank-Aktie mit einem Plus von 3,9 % auf 12,39 ?, weil die drittgrößte deutsche Bank ihren Anteil an der französischen Credit Agricole verkauft hat. Nach Agentur-Informationen aus Händlerkreisen soll die Bank 16,8 Mill. Aktien zum Preis von je 16,65 ? am Markt platziert haben.

Nachdem die Ratingagentur Moody's am Vorabend den Ausblick für die langfristige Kreditwürdigkeit der Deutschen Telekom angehoben hatte, zog die T-Aktie zunächst an. Die Experten waren beeindruckt von den großen Schritten, mit denen der Konzern beim Schuldenabbau vorankommt. Die Dresdner Kleinwort stufte die Aktie jedoch von "Buy" auf "Hold" herunter, das Papier verlor schließlich 1,6 % auf 13,10 ?.

Zweitschwächster Titel war mit minus 3,0 % auf 34,23 ? die Volkswagen-Aktie. Zuvor hatten die Analysten von Lehman erklärt, dass die Gewinnprognosen für den Automobilhersteller für 2003 im Durchschnitt um 20 % zu hoch seien. Die Lehman-Analysten selbst kappten ihre Erwartungen drastisch. Auch der Streik in der ostdeutschen Metallindustrie lastet wieder auf den Autotiteln, die sich am Vortag leicht erholt hatten. Die IG Metall hat mit einer Ausweitung der Streiks im Osten gedroht, falls es bei den Tarifverhandlungen am Freitag keine Einigung gibt.

Auch SAP-Papiere notierten mit Abschlägen und verloren 1,6 % auf 102,68 ?. Die Aktie war bislang Nutznießer der Übernahmeschlacht zwischen den Konkurrenten Oracle und PeopleSoft in den USA gewesen, beruhigten die Analysten von Goldman Sachs. Das Papier war deshalb in den vergangenen Tagen bis auf 114,47 ? gestiegen. Im MDax waren Fraport-Aktien zur Hauptversammlung um 2,7 % leichter und kosteten 19,20 ?.

Die Erwartung der US-Zinssenkung und der gestiegene Ifo-Index sorgten am Anleihenmarkt für gute Geschäfte: Der Bund Future gewann 0,3 % auf 118,25 Punkte. Der Rex war am Mittag um 0,19 % auf 121,03 Punkte gestiegen. Die Umlaufrendite fiel auf 3,35 (Dienstag: 3,39) Prozent. Der Euro wurde im Vergleich zum US-Dollar billiger. Als gut wurden seine Aussichten auf Steigerung allerdings bei einer Zinssenkung der US-Notenbank um 0,50 %punkte eingeschätzt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1551 (1,1565) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8657 (0,8647) Euro.

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