Archiv
Commerzbank will bis Jahresende über außerordentliche HV entscheiden

Die Commerzbank AG wird einem Sprecher zufolge noch bis Jahresende über die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung entscheiden. Dies hatten Aktionäre der Commerzbank mit der Begründung beantragt, sie seien im Zuge einer Kapitalerhöhung des Geldhauses benachteiligt worden.

rtr FRANKFURT. "Unsere Kapitalerhöhung hat den rechtlichen Anforderungen in Deutschland vollkommen entsprochen", sagte ein Commerzbank-Sprecher am Sonntag. Auch Aktionäre, die von der Cobra Beteiligungsgesellschaft repräsentiert werden, gehörten zu den Antragstellern, fügte er hinzu. Cobra verwaltet rund 16 % der Commerzbank-Aktien, darf die Stimmrechte aber derzeit nach einem Beschluss des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen (BAKred) nicht ausüben.

Es müsse jetzt geprüft werden, ob ein außerordentliches Aktionärstreffen im Interesse aller Anteilseigner der Commerzbank sei, sagte der Commerzbank-Sprecher. Die Bank hatte bereits am Samstag bestätigt, dass die betreffenden Aktionäre einen Anteil von mindestens fünf Prozent halten, der für einen Antrag auf eine außerordentliche Hauptversammlung erforderlich ist. Die "Welt am Sonntag" berichtete ohne Angabe von Quellen, die Bank werde im Januar 2001 zu einer außerordentlichen Hauptversammlung einladen.

Anlass der Aktionärsforderung nach einer Zusammenkunft ist eine Kapitalerhöhung, in deren Zug die italienische Versicherung Generali ihren Anteil an der Commerzbank auf 9,9 % verdoppelt hatte. Die Bezugsrechte für die übrigen Commerzbank-Aktionäre waren dabei ausgeschlossen, da die Kapitalerhöhung aus bereits genehmigtem Kapital vorgenommen worden war. Analysten hatten diesen Schritt als Versuch der Bank gewertet, den Einfluss des ungeliebten Großaktionärs Cobra Beteiligungsgesellschaft einzuschränken. Cobra-Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann hatte die Kapitalerhöhung bereits mehrfach kritisiert.

Das BAKred hatte Cobra im Juli die Ausübung der Stimmrechte untersagt und dies nach Angaben der Investorengruppe lediglich mit einem mehr als drei Jahre zurückliegenden steuerrechtlichen Verstoß von Cobra-Geschäftsführer Hofmann begründet. Cobra hatte dagegen Einspruch eingelegt. Die "Welt am Sonntag" zitierte dazu Klaus-Peter Schneidewind, Teilhaber der niederländischen Cobra-Muttergesellschaft Rebon: "Der Entzug der Stimmrechte durch die Berliner Bankenaufsicht wird vermutlich noch im November geklärt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%