Computer für das Krankenbett
Arztvisite per Maus-Klick

"Zoffpad" heißt die Erfindung seines Startup Zoffmedia GmbH, -Unternehmens mit der sich Ärzte künftig via Internet die aktuellen EKG-Werte ihrer Patienten und die Fieberkurve der vergangenen Tage auf den eigenen Computerbildschirm holen sollen.

ddp JENA. Die Arztvisite am Krankenbett per Maus-Klick ist für den Jenaer Jungunternehmer Oliver Zintl keine Utopie. "Zoffpad" sei ein Computer für den speziellen Einsatz am Patientenbett im Krankenhaus, erklärt Zintl. An einem beweglichen Arm am Kopfende des Bettes angebracht, soll dieser mit verschiedenen medizintechnischen Geräten gekoppelt werden können. "In der Hauptsache geht es uns darum, den Ärzten eine Hard- und Softwarelösung anzubieten, die die Übertragung und Auswertung medizinischer Daten vom Krankenbett weg ermöglicht", sagt Zintl. Über den hausinternen Server könnten die Daten etwa einer Langzeitherzfrequenzmessung ins Ärztezimmer überspielt werden. "Auch wird es möglich sein, dass sich der behandelnde Arzt oder ein hinzu gezogener Experte aus einer anderen Fachrichtung zu Hause aus dem Internet die aktuellen Daten seiner Patienten ziehen kann", erklärt Zintl.

Wie wichtig eine solche Möglichkeit sein kann, weiß Zintl aus eigener Erfahrung. Der 30-jährige studierte Betriebswirtschaftler und Computerfreak kommt aus einer Arztfamilie. "Ich weiß, wie oft ein engagierter Arzt am Feierabend oder Wochenende noch einmal in die Klinik fährt, um sich über den aktuellen Zustand seiner Patienten zu informieren", sagt er. Über das Internet Zugriff auf die Patientendaten zu haben wäre in vielen Fällen eine große Hilfe. Die Angst vor Hackern hält er für unbegründet. "Die Verschlüsselung der Daten basiert auf einer ganz neuen Technologie", ergänzt er.

Doch "Zoffpad" kann noch mehr. Durch Berührung des Bildschirms steuerbar, gestatte es auch dem Patienten, mit der Umwelt auf vielfältige Weise in Kontakt zu treten. "Während seines Aufenthaltes im Krankenhaus kann er sich nicht nur im Internet informieren, sondern auch seine E-Mails abrufen, sein persönliches Programm im Fernsehen verfolgen und den Radiosender seiner Wahl hören", erklärte Zintl. Natürlich sei dies alles auch dezent per Kopfhörer möglich. Doch sei der Kommunikations- und Unterhaltungsfaktor für die Patienten nur eine, eigentlich nebensächliche Funktion des "Zoffpad".

Das große Interesse von Krankenhäusern an der Neuentwicklung von Zoffmedia scheint dem jungen Firmenchef Recht zu geben. Anfragen von Kliniken in Deutschland liegen bereits vor. Interesse gebe es auch in arabischen Ländern. Gegenwärtig arbeitet die kleine Firma mit ihren zehn festen und vier freien Mitarbeitern an den ersten Prototypen. "Anfang 2002 sollen die ersten Geräte in einer Klinik installiert sein", sagt Zintl.

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