Computerhersteller verpasst Umsatzziel: Fujitsu Siemens schließt Jahr mit Gewinn ab

Computerhersteller verpasst Umsatzziel
Fujitsu Siemens schließt Jahr mit Gewinn ab

Wie hoch der Gewinn genau ausfallen wird, wollte das Unternehmen nicht verraten. Seitdem das Joint Venture im Herbst 1999 gegründet wurde, arbeitete die Firma mit Verlusten.

MÜNCHEN. Europas größter Computerbauer wird das laufende Geschäftsjahr mit einem Gewinn abschließen. "Ich erwarte ein kleines schwarzes Ergebnis", sagte der Chef von Fujitsu Siemens Computers (FSC), Adrian von Hammerstein, dem Handelsblatt. Wie hoch der Gewinn genau ausfallen wird, wollte der Manager allerdings nicht verraten. Das Geschäftsjahr des japanisch-deutschen Gemeinschaftsunternehmens endet am 31. März.

Seitdem das Joint Venture im Herbst 1999 gegründet wurde, arbeitete die Firma auf Jahresbasis mit Verlusten. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres, also zum 30.9.2001, lag FSC mit einem mageren Vorsteuergewinn von 3 Mill. Euro im Plus. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen noch einen Verlust von 71 Mill. Euro hinnehmen müssen.

Die Umsatzziele hat FSC laut von Hammerstein allerdings nicht erreicht. Bereits im Herbst hat das Unternehmen die ursprünglich angestrebten 6,6 Mrd. Euro auf 5,9 Mrd. Euro reduziert. Jetzt wird noch nicht einmal dieser Betrag in den Büchern stehen. Damit liegt die Firma mit Hauptsitz in den Niederlanden unter den beiden vorangegangenen Jahren. Der Verkauf im vierten Quartal sei "unter den Erwartungen" geblieben, begründet von Hammerstein die schwachen Zahlen.

Wegen des starken Absatzeinbruchs auf dem Markt für Informationstechnologie zeigte sich der frühere Siemens-Manager dennoch zufrieden: "Wir haben sehr deutliche Fortschritte gemacht." In Deutschland, wo FSC über die Hälfte seiner Geräte absetzt, brach der PC-Absatz im vergangenen Jahr um 16 % ein.

Der größte Wettbewerber, der US-Konzern Compaq, nahm hier zu Lande rund ein Fünftel weniger ein als im Jahr 2000. Während Compaq deshalb in Deutschland 330 von 1 700 Stellen gestrichen hat, setzte FSC auf Einstellungen. Statt der im Oktober angekündigten 800 neuen Arbeitsplätze hat die Firma allerdings nur 500 Leuten neue Verträge gegeben. FSC mit seinen mehr als 7 000 Beschäftigten ist in Deutschland die Nummer eins und in Europa die Nummer drei. "Langfristig ist die gute Position von Fujitsu Siemens aber gefährdet", warnt ein Münchener Technologie-Analyst vor der großen Marktmacht von Hewlett-Packard und Compaq, falls die geplante Fusion der beiden amerikanischen Computer-Riesen zu Stande kommt.

Momentan liegt die größte Bedrohung für FSC aber in der Wirtschaftsflaute. Der 48jährige von Hammerstein geht von einer Besserung frühestens im zweiten Halbjahr aus: "Derzeit kann man einen Aufschwung aber nur vermuten", betont der promovierte Volkswirt.

Damit liegt von Hammerstein im Einklang mit dem Deutschland-Chef von Compaq, Peter Mark Droste. "2002 wird besser als 2001, richtig positiv gestimmt bin ich aber erst für das vierte Quartal", sagte Droste jüngst im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Besonders schlecht läuft momentan das Geschäft mit Privatkunden. Bei Compaq entfiel mehr als die Hälfte des Umsatzeinbruchs im vergangenen Jahr auf diesen Bereich. Auch FSC werde das Ziel, im Privatkunden-Geschäft bis Ende März profitabel zu sein, nicht erreichen. Der US-Computerbauer Dell drängt seit Monaten mit einer aggressiven Niedrigpreis-Strategie auf den deutschen Markt und hat den etablierten Marken Anteile abgenommen.

Oberstes Ziel für FSC sei es nun, die Gewinne auszubauen, betont von Hammerstein. Der Schwerpunkt liegt dabei im Geschäft mit Unternehmenskunden sowie mobilen Endgeräten. Bei Servern seien der Absatz im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 12 % geklettert. Darüber hinaus seien 60 % mehr Notebooks verkauft worden als im gleichen Zeitraum des Jahres 2000.

FSC gehört je zur Hälfte dem Münchener Siemens-Konzern und der japanischen Fujitsu-Gruppe.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%