Computerkriminalität
Mehr Missbrauch mit Kreditkarten

Deutschland ist insgesamt zwar sicherer geworden. Der Betrug mit Kreditkarten hat aber stark zugenommen, sagte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik 2000.

jös BERLIN. Die Kreditkarte hat mittlerweile die EC-Karte abgelöst, jedenfalls wenn es um Missbrauch geht. Die Zahl der Diebstähle mit gestohlenen Kreditkarten nahm im Jahr 2000 um 50,4 Prozent auf 55747 Fälle zu. Mit gestohlenen Karten für Geldausgabe- und Kassenautomaten fanden 44284 Delikte statt, was einen Anstieg um 21 Prozent ausmachte. Bundesinnenminister Schily erwartet, dass auch in Zukunft immer mehr Diebstähle mit Kredit- und Geldkarten zu registrieren seien, weil sich die Technik bei Kunden weiter durchsetze und weil auch die Straftäter immer gewieftere Methoden einsetzten.

"Die Strafverfolgungsbehörden müssen sich deshalb verstärkt auf die Risikopotenziale der neuen Techniken einstellen", sagte Schily. Gefordert sei vor allem die Industrie, die neue sichere Produkte entwickeln solle. So könnten die Magnetstreifen auf EC-Karten durch Mikrochips ersetzt werden. Denn die EC-Karten würden oft nicht mehr gestohlen, Straftäter würden die Magnetstreifen kopieren und dann ohne das Wissen der Besitzer Geld abheben. "Schon die konsequente Anwendung der vorhandenen Sicherungstechniken, wie der flächendeckende Einsatz der PIN-Technik, kann zu durchgreifenden Verbesserungen führen", so Schily. Das Innenministerium wolle mit Kreditkarten-Ausgebern, der Kreditwirtschaft und dem Handel über Gegenmaßnahmen nachdenken.



Zahl der Insolvenzstraftaten gestiegen

Insgesamt registrierte die Polizei in Deutschland einen Anstieg der Computerkriminalität um 25 Prozent, während die Kriminalität insgesamt um 0,6 Prozent auf 6,25 Millionen Delikte gesunken ist - der niedrigste Stand seit 1993. "Aber natürlich gibt es auch noch viel zu tun. Und weil es noch viel zu tun gibt, habe ich auf Bitten von Bundeskanzler Schröder mich bereit gefunden, noch eine Weile weiterzuarbeiten", sagte Schily, der entgegen seiner bisherigen Planung auch nach der nächsten Bundestagswahl Bundesinnenminister bleiben möchte. Die Zahl der registrierten Betrugsfälle zum Beispiel hat in 2000 deutlich zugenommen, auch die Zahl der Insolvenzstraftaten und Veruntreuungen.

Neue BKA-Analyse von Haaren

Schily kündigte einen neuen "Periodischen Sicherheitsberichts" an, der ab Sommer die reine Kriminalitätsstatistik ergänzen soll. Der Bericht sei eine Feinanalyse, die das "Bild der Kriminalität präziser und plastischer" darstelle. Zudem will der SPD-Politiker die Aufklärungsquote durch eine neue Methode der Haaranalyse erhöhen, die vom Bundeskriminalamt entwickelt wurde. Der Verlust von Haaren auch am Tatort sei so gut wie unvermeidlich, so Schily.

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