Computernutzer besser vorbereitet
Höhepunkt von "Nimda"-Angriff scheint überschritten

Zwei Tage nach dem Auftauchen des neuen Computer-Wurms "Nimda" scheint US-Experten zufolge der Höhepunkt des Angriffs überschritten zu sein.

Reuters SAN FRANCISCO. Am Mittwochabend sei die Zahl der in den USA als befallen gemeldeten Computer erstmals gesunken, teilte das Anti-Virus-Team der IT-Sicherheitsfirma Trend Micro mit. Beim Supercomputer Center der Universität San Diego waren am Dienstagvormittag noch 150 000 infizierte Computer gemeldet, am Mittwochnachmittag sank die Zahl auf rund 66 000. "Nimda" hatte sich seit Dienstag rasend schnell in der ganzen Welt verbreitet.

Viele Computernutzer hätten ihre Systeme aufgerüstet und die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um sich wirksam zu schützen, hieß es bei Trend Micro. Der schnelle Rückgang sei eine deutliche Verbesserung gegenüber der Reaktion auf den Wurm "Code Red", teilte das Supercomputer Center der Uni in San Diego mit. "Code Red" hatte im Juli und August weltweit Schäden von schätzungsweise 2,6 Mrd. US-Dollar angerichtet.

Woher der neue Wurm "Nimda" stammt, war auch am Donnerstag noch nicht bekannt. Es könne noch Tage oder sogar Wochen dauern, bis man den Urhebern auf die Spur komme, hieß es bei Experten. Ein Zusammenhang mit den Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon bei Washington hielten US-Behörden für unwahrscheinlich.

Die genaue Zahl infizierter Computer werde möglicherweise nie festgestellt werden könne, sagte ein Forscher am Institut für Computersicherheit in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland. Die Dunkelziffer sei vermutlich sehr hoch. "Alles was man feststellen kann, dürfte nur die Spitze des Eisberges sein", fügte er hinzu. Nach Angaben der IT-Sicherheitsfirma SecurityFocus gab es in Kanada, Dänemark, Italien, Norwegen, Großbritannien und den USA die höchste Infektionsrate. In Deutschland hatte sich der Wurm am Mittwoch ebenfalls mit rasender Geschwindigkeit ausgebreitet. Betroffen war unter anderem der Elektronikkonzern Siemens, der das Problem aber nach eigenen Angaben nach ein paar Stunden in den Griff bekam.

Der Wurm gilt wegen seiner bisher offenbar einzigartigen Multifunktionalität als besonders gefährlich, weil er sich auf vielen verschiedenen Wegen ausbreiten kann. So können Rechner dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zufolge auf drei Arten mit dem Wurm infiziert werden: Durch das Öffnen von an E-Mails angehängten Dateien, durch das Anschauen dieser Anhänge (Attachments) mit einer speziellen Funktion, die in verschiedenen Versionen der Mail-Programme Outlook und Outlook Express von Microsoft eingebaut ist, und durch das Anklicken infizierter Websites.

"Nimda" bedeutet von rechts nach links gelesen "Admin", eine Abkürzung des englischen Wortes Administrator für Verwalter von Computer-Systemen. Würmer sind mit Viren vergleichbare Programme, die sich selbstständig in Computer-Netzen ausbreiten.

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