Computersysteme brachen zusammen
New York versinkt im Chaos

Alle Flughäfen sind gesperrt, öffentliche Gebäude wie der Hauptsitz der Vereinten Nationen und die Börse wurden evakuiert. Der Verkehr ist zum Erliegen gekommen, die Polizei hat alle Zufahrtsstraßen und Tunnels verbarrikadiert. Kein Zug fährt mehr, kein Bus und keine U-Bahn.

dpa/afp NEW YORK. "Es war eine Szene wie aus einem Horrorfilm", sagte ein Augenzeuge am Dienstag zu dem Moment, als der erste der Zwillingstürme im New Yorker Trade Center zusammenstürzte." Mein Kollege meinte zu mir: 'Ich habe noch nie ein Flugzeug so tief fliegen sehen', und dann krachte die Maschine in den Turm.

Überall heulen die Sirenen von Feuerwehren, Ambulanzen und Polizeifahrzeugen. Menschen laufen in Panik durch die Straßen, tauschen auf der Straße die jüngsten Nachrichten aus. Taxifahrer geben die Informationen aus ihrem Autoradio an die Fußgänger auf der Straße weiter. Über der Stadt liegt eine riesige Rauchwolke. Eine Frau berichtet, sie habe ihre Hand nicht vor dem Gesicht sehen können. Vor einem Krankenhaus bildet sich eine Schlange von Menschen, die Blut spenden wollen.

Manhatten wie eine Geisterstadt

Die Luft sei so dick gewesen wie mit Schnee gefüllt: "eine sehr unheimliche Schneedecke in Manhattan". Menschen hätten geweint und gejammert. Sie seien auf Wagen weggeschafft worden mit Masken über dem Gesicht. "Manhattan sieht aus wie eine Geisterstadt". Ein Feuerwehroffizier sagt: "Ich sehe etwas Unvorstellbares. Unvorstellbar, wieviele Menschen ihr Leben verloren. Es ist wie im Krieg."

Gut eine Stunde nach dem zweifachen Anschlag auf das World Trade Center sah man im Fernsehen den südlichen der Zwillingstürme kollabieren. Wenig später das Unfassbare: Auch der zweite Turm stürzt ein. Das WTC, das die Skyline von New York so herausragend prägte, gibt es nicht mehr.

Fensterglas und Teile des Wolkenkratzers prasselten im Umkreis von hunderten von Metern auf die Straße. Ein örtlicher Fernsehsender berichtete, dass auch zum Zeitpunkt der Einsturzes noch immer zahlreiche Menschen in Büros unterhalb der Einschlagstelle gesichtet wurden.

New Yorks Bürgermeister Rudolph Giuliani versuchte, die Bürger der Millionenmetropole zu beruhigen: «Keine Stadt der Welt ist besser auf einen Terroristenanschlag vorbereitet als New York.» Doch seine Stadt ist wie abgeschnitten vom Rest der Welt. Alle Telefonnetze in und um New York sind zusammengebrochen. Menschen auf der Straße versuchen verzweifelt, ihre Angehörigen per Handy zu kontaktieren. Selbst Computernetze sind nach CNN-Angaben unter den chaotischen Bedingungen kollabiert.

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