Computertechnik und Unterhaltungselektronik wachsen immer stärker zusammen
Chip zaubert Kinoqualität auf den Monitor

Was vor einigen Jahren noch Großrechnern vorbehalten war, können jetzt auch Personal Computer leisten: Die Herstellung von realistisch wirkenden bewegten Bildern. Neue Grafikkarten machen es möglich. Und auch der Sound aus dem Computer wird immer kraftvoller und natürlicher.

DÜSSELDORF. Bilder wie im Kino - der neue PC-Grafikchip von Nvidia soll Grafiken und Effekte in bisher unbekannter Qualität auf die Monitore zaubern. "Wir haben einen Grafik-Prozessor entwickelt, der in Echtzeit Bilder auf dem Computerbildschirm aufbaut, wie ihn sonst nur Kinofilme liefern", beschrieb Dan Vivola, Vice President des US-Grafikchipherstellern Nvidia, jetzt auf der Computermesse Comdex in Las Vegas sein neues Spitzenmodell GeForce FX vor. Grafikkarten, die auf Basis des FX arbeiten, sollen Anfang nächsten Jahres im Handel sein. Der FX-Chip bewältigt pro Sekunde vier Milliarden Pixel und liefert eine Farbtiefe von 128 Bit - nur mit einer solchen Leistung lassen sich räumliche Effekte wie die Reflektionen und Berechnungen gekräuselter Wasseroberflächen detailgetreu darstellen. Mit dem FX löst Nvidia den Konkurrenten ATI als Hersteller des leistungsfähigsten Grafikprozessoren ab. ATI hatte erst im Sommer sein Spitzenmodell "Radeon 9700" vorgestellt.

Nicht nur für Spielefans sind leistungsfähige Grafikprozessoren wichtig: Immer mehr PC-Anwender wollen ihre Videoaufnahmen professionell verarbeiten und darstellen. Diese Entwicklung bedeutet einen erneuten Schub für das Zusammenwachsen von Computertechnik und Unterhaltungselektronik.

Soundkarten zaubern neuen Raumklang

Anbieter wie Pinnacle oder Dazzle haben für die Videoanwender mittlerweile Schnittsysteme für die verschiedensten Anforderungen im Angebot. Damit lassen sich Filme inzwischen nicht nur auf CD brennen, sondern - ein entsprechender Brenner vorausgesetzt - auch auf DVD verewigen. Und die Firma Terratec aus Nettetal hat mit dem "Cameo Convert" ein Gerät entwickelt, mit dem auch alte analoge Videoaufnahmen in die digitale Welt überführt werden können. Der Konverter wird über die so genannte Firewire- Schnittstelle extern an den PC angeschlossen.

Das eigentliche Geschäft von Terratec ist aber der PC-Soundbereich. "Da einfache Bauelemente für Audiofunktionen auf der Hauptplatine inzwischen zur Standardausstattung gehören, beschäftigen wir uns jetzt mit immer höherwertigen Systemen", erklärt Geschäftsführer Heiko Meertz die Terratec-Geschäftsstrategie. Mit den neuesten Versionen der von der Firma entwickelten Aurion-Audiokarten lassen sich bis zu sieben Lautsprecher und ein Subwoofer an den Computer anschließen. Der damit erreichbare natürliche Raumklang, der so genannte Surround Sound, versetzt die Anwender vor allem beim Computer-Spielen mitten ins Geschehen.

Auch für Liebhaber alter analoger Langspielplatten bietet Terratec eine analog-digitale Umwandlungslösung: Ein Vorverstärker bereitet die elektrischen Impulse so für den PC auf, dass sie dann - entsprechende Software vorausgesetzt - bearbeitet werden können. Das Knacksen alter LP kann so eleminiert, das Rauschen herausgefiltert werden.

Langspielplatten auf CD brennen

Mit einer ganzen Reihe von weiteren Neuentwicklungen setzt Terratec darauf, dass sich die Annäherung zwischen Computertechnik und Unterhaltungselektronik noch verstärkt. Das externe Audio System CAR 4000 vereint etwa die Funktionen eines Audiorecorders, eines CD-Players und einer Festplattenjukebox für Tausende von Musiktiteln im Gehäuse einer einzigen Stereokomponente. Dabei spielen MP3 und andere komprimierende Verfahren eine wesentliche Rolle. Sie reduzieren den Platzbedarf eines Musiktitels auf ein Elftel der ursprünglichen Größe. Mindestens 540 Stunden Musik in CD-Qualität lassen sich somit speichern und direkt abrufen. In Zukunft wird diese noch externe Stereokomponente wohl so weit verkleinert, dass sie als PC-Erweiterungskarte in den Computer installiert werden kann.

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