Concord und ABN Amro raten ab
Infineon-Aktien unter Druck

Schlechte Stimmung bei Halbleiter- und PC-Herstellern, zumindest kurzfristig trübe Markt-Aussichten für Speicherchip-Produzenten. Vor diesem Hintergrund beurteilen Analysten die Infineon-Aktie derzeit höchst unterschiedlich. Am Mittwoch war sie der größte Verlierer im Dax.

vwd/fgh FRANKFURT/M. Die Analysten von Concord Equity Research haben die Aktien des Münchener Chipherstellers Infineon von "Hold" auf "Sell" herab gestuft. Sie begründeten dies mit den ungünstigen Aussichten für die Branche. So hätten zwei taiwanesische Speicherchip-Produzenten - unter anderem ein an Infineon angeschlossenes Unternehmen - angekündigt, im zweiten Quartal rote Zahlen zu schreiben, erklärten die Experten am Mittwoch in Frankfurt. Auch die Nachforschungen des US-Justizministeriums hinsichtlich möglicher Wettbewerbsverstöße in der Branche verbreite Unsicherheit.

Im elektronischen Handel brachen Infineon am Mittwochnachmittag um 6,8 Prozent auf 15,60 Euro ein und waren damit stärkster Verlierer im Dax.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Gewinnwarnungen von AMD und Apple raten auch ABN Amro-Analysten aktuell dazu, Infineon-Aktien zu verkaufen. Besonders europäische Aktien dürften auf Grund dieser Meldungen unter Druck geraten, allerdings nähere sich der Wert der meisten Aktien langsam dem fairen Wert, sodass das durchschnittliche Kursrisiko nur mehr bei 15 Prozent liege. Hingegen seien amerikanische Halbleiteraktien immer noch um ca. 30 Prozent überbewertet, weswegen rückläufige Kurse in den USA auch in Europa zu sinkenden Kursen führen dürften. Da Infineon von allen europäischen Halbleiterproduzenten am stärksten von der DRAM-Produktion abhängig sei, bleiben die Analysten bei ihrer Verkaufsempfehlung.

Unterdessen stuften die Analysten der Investmentbank Merrill Lynch heute die Infineon-Aktien unverändert mit "mittelfristig strong buy" bzw. "kurzfristig buy" ein. Infineon wolle mit Motorola und Agere Systems bei der Entwicklung und Vermarktung von Digitalsignalprozessoren (DSP) zusammenarbeiten, hieß es in dem ZUsammenhang. Dazu sei von den Partnern ein Gemeinschaftsunternehmen unter dem Namen StarCore gegründet worden. Hauptkunden seien zunächst Agere, Infineon und Motorola selbst. Allerdings werde die neue Gesellschaft ihre Produkte künftig allen Halbleiter- und Kommunikationssystemherstellern weltweit anbieten. Ziel von StarCore sei es, führende DSP-Technologie auf der Basis eines offenen Lizenzierungsmodells zu bieten. Durch diesen Schritt würden die Entwicklungskosten auf die drei Unternehmen aufgeteilt und sei insofern für Infineon werterhöhend. Auch Morgan Stanley Dean Witter bewertet diese Intiative eher positiv und stuft Infineon unverändert mit "equal weight" ("gleichgewichten") ein.

Wie die Analysten der SEB heute in ihrem aktuellen "AnlageFlash" empfehlen, sollten Neuengagements in Infineon-Aktien allerdings erst bei einer Stabilisierung der Nachfrage in diesem Sektor eingegangen werden. Von einer signifikanten Nachfragesteigerung bei Speicherchips sei aber kurzfristig noch nicht zu spüren. Für die Aktie von Infineon belassen die Analysten der SEB das fundamentale Kursziel auf Sicht der nächsten 12 Monate bei 19 Euro. Aus kurzfristiger Sicht dürfte der Aktienkurs sowohl auf der Grundlage des schlechten Marktsentiments als auch der negativen Nachrichtenlage von Seiten der Konkurrenten unter Druck bleiben.

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