Condomi & Co bringen den Markt in Schwung
So finden Sie die Perlen im Smax

Börsentage wie gestern, an denen die Kurse an den Aktienmärkten weltweit munter nach unten purzeln, übersteht der Smax meist unbeschadet. An solchen Tagen ist die geringe Beachtung des Kleinwertesegments bei den Anlegern ein Vorteil.

hb FRANKFURT/M. Bei einer insgesamt freundlichen Börsenstimmung hingegen steigen die Titel in der Regel nicht so stark wie der gesamte Markt. Inzwischen hat der Smax, der heute seinen dritten Geburtstag feiert, aber in den Augen institutioneller Investoren einen gewissen Reifeprozess durchlaufen. Dazu haben vor allem die 41 Unternehmen beigetragen, die seit Anfang 2001 das Segment verlassen haben. "Wer in schwierigen Zeiten dabei bleibt, hat auch eine gewisse Börsenfähigkeit", sagt Jochen Matthée von der Fondsgesellschaft Invesco.

Aus Anlegersicht sind es vor allem zwei Gründe, die derzeit für den Smax sprechen. Erstens zeigen die Lehren der vergangener Jahrzehnte, dass bei anspringender Konjunktur die Kurse kleinerer Gesellschaften, sich besser entwickeln als die der großen Blue Chips. Zweitens bieten die im Smax gelisteten Werte ein weitaus geringeres Risikopotenzial als Aktien des Neuen Marktes.

Das liegt vor allem daran, dass im Smax vor allem etablierte mittelständische Unternehmen gelistet sind. Deren Produkte sind in der Regel "greifbarer" - beispielsweise bei der Baumarkt-Kette Hornbach - und das Management gilt als erfahren. "Wir hatten in all den Jahren nur einen richtigen Betriebsunfall", sagt Matthée über das Smax-Investment seiner Gesellschaft. Auch sind Betrugsfälle wie zuletzt bei den Neue-Markt-Gesellschaften Comroad oder Ceyoniq im Smax bisher ein Fremdwort. Selbst Insolvenzen gab es bisher keine.

Dafür befinden sich unter den derzeit 95 gelisteten Unternehmen etliche, die bei Analysten hoch im Kurs stehen. Die Größe des Unternehmens gilt dabei durchaus als Qualitätsmerkmal. So sind der Automobilzulieferer Edscha, der Personaldienstleister Amadeus oder die beiden Holding Deutsche Beteiligungs AG-Gesellschaften und TAG Tegernsee Immobilien und Beteiligungs AG bei den Analysten nach wie vor beliebt.

Hohes Ansehen genießt auch weiterhin die Kölner Condomi AG. Die ist durch ihren Einstieg bei der polnischen Unimil inzwischen der größte Kondom-Hersteller Europas. Wegen der erhöhten Kapazitäten rechnet Michael Eisenbeis von Dresdner Kleinwort Wasserstein in Zukunft mit starken Umsatzzuwächsen. Ähnlich sieht Oliver Rupprecht von M.M. Warburg die Situation, weshalb er wie Eisenbeis die Aktie zum Kauf empfiehlt.

Beste Noten gibt es auch für Rational: Gegen den Branchentrend lieferte der Großküchenhersteller zuletzt exzellente Zahlen. Zu den Kunden zählen nicht nur Großküchen und Kantinen, sondern auch Edelrestaurants. Künftig sollen vor allem das Amerika- und das Asien-Geschäft ausgebaut werden. Zum Kauf empfehlen die Experten der Landesbank Baden-Württemberg sowie von Santander Central Hispano die Aktie.

Ähnlich positiv fallen weiterhin die Urteile zu Hawesko aus, obwohl die Aktie seit Jahresbeginn bereits etwa 35 % zulegen konnte. Deutschlands größtes Handelshaus für hochwertige Weine und Champagner konnte im vergangenen Jahr sein operatives Ergebnis auf 17 Mill. Euro nahezu verdoppeln. Für Anleger interessant: Auf der Hauptversammlung im Juni soll die Ausschüttung einer Dividende von 1,15 Euro je Aktie beschlossen werden, nach 0,84 Euro im Vorjahr. Auch deswegen rät Thilo Kleinbauer von M.M. Warburg weiterhin zum Kauf.

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