Consors dementiert Spekulationen
Britisches Investmenthaus will Spütz übernehmen

Das britische Investmenthaus New Media Spark plc hat ein öffentliches Übernahmeangebot für das Düsseldorfer Brokerhaus Spütz AG vorgelegt. Die New Media Spark Holding GmbH biete 8,50 Euro pro Aktie und eine Prämie von 31 Prozent auf den Spütz-Schlusskurs vom 22. August, teilte Spark am Freitag in London mit.

Reuters DÜSSELDORF/LONDON. Den Wert der Offerte bezifferte Spark auf 46,8 Millionen Euro. Eine Spütz-Sprecherin wollte zur Offerte keine Stellungnahme abgeben. Die Spütz-Aktie war am Vortag vom Handel ausgesetzt worden und notierte zuletzt bei sieben Euro. Eine Deutsche-Börse-Sprecherin sagte in Frankfurt, die Aktie bleibe bis auf Weiteres ausgesetzt. Der Direktbroker Consors wies indes Spekulationen zurück, Spütz übernehmen zu wollen.

Spark, nach eigenen Angaben einer der führenden europäischen Investmentgesellschaften, strebe eine Beteiligung von 51 Prozent an dem Düsseldorfer Handelshaus und Beteiligungsunternehmen an, hieß es weiter. Schon jetzt habe die Gruppe Zusagen für 26,4 Prozent der Spütz-Anteile. Wie es in Kreisen hieß, stammten diese Zusagen von Großaktionären. Mit der Übernahme könnten beträchtliche Synergien gehoben werden, begründete Spark seine Offerte weiter. Dies gelte besonders für den Online-Bereich. Spark ist nach eigenen Angaben an über 50 Unternehmen in Europa und Indien beteiligt und unterhält Niederlassungen in London, Stockholm, Berlin und Madrid.

Das Übernahmeangebot führte nach Händlerangaben auch zu Kursaufschlägen beim Konkurrenten Börsenmakler Schnigge AG. Die Schnigge-Aktie notierte um sieben Prozent fester bei 3,05 Euro.

Das Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz, an dem Spütz mit 17 Prozent beteiligt ist, hatte in einer Analyse festgehalten, die Spütz-Übernahme könne für Consors aus mehreren Gründen ein sinnvoller Schritt sein. So habe Spütz überraschend von der Berliner Börse den Zuschlag für den Handel mit Zertifikaten sowie den Online-Handel mit Optionsscheinen erhalten. Beide sollen im Oktober starten. Zudem könne Consors durch eine Fusion mit Spütz "erhebliches Synergiepotenzial" erschließen, hieß es.

Nach früheren Angaben verbuchte Spütz in den ersten drei Monaten 2001 auf Grund der weltweiten Kursrückgänge an den Aktienmärkten einen Verlust von 13,9 Millionen Euro.

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