Consors im Fokus
Deutsche Aktien fester erwartet

Anhaltende Hoffnungen auf eine Erholung der Konjunktur im kommenden Jahr dürften nach Einschätzung von Händlern die deutschen Aktienwerte am Montag fester in die Sitzung starten lassen.

rtr/dpa-afx FRANKFURT. "Viele Großinvestoren sind in der letzten Zeit reingesprungen und alle hoffen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung", sagte ein Frankfurter Händler. Zudem dürfte der deutsche Markt von dem späten Verlauf der US-Börsen profitieren, nachdem die Märkte dort nach Handelsschluss in Frankfurt einen Teil ihrer zuvor verzeichneten Verluste abgebaut hatten. "Die US-Börsen haben nach unsererm Handelsschluss etwas zugelegt und das werden wir erstmal nachholen", sagte ein anderer Händler. Im Blickpunkt des Geschehens könnten die Aktien von Consors stehen.

Die Citibank berechnete den Deutschen Aktienindex (Dax) vorbörslich mit 5 117 Punkten, nach einem Schluss von 5 062 Zählern am Freitag. Die Indikationen der Deutschen Bank lagen bei 5 109 Zählern, das Handelshaus Lang & Schwarz sieht den Dax bei 5 099 Punkten. Den Nemax 50 berechnete die Citibank mit 1281 Punkten, nach einem Schlusstand von 1 243 Zählern. Lang & Schwarz erwartet den Blue-Chip-Index des Neuen Marktes bei 1 260 Punkten.

In New York hatte der Industriewerte-Index Dow Jones kaum verändert bei 9 866 Punkten geschlossen. Der Technologie-Index Nasdaq ging mit einem Abschlag von 0,10 Prozent auf 1 898 Zählern aus der Sitzung.

Im Mittelpunkt des Geschehens könnten nach Händleraussagen die am Neuen Markt notierten Aktien des Online-Brokers Consors stehen. Wie am Sonntag aus Bankenkreisen verlautete, soll die defizitäre Tochter der von einer Auffanggesellschaft deutscher Großbanken gerettete Mutterfirma Schmidt-Bank verkauft werden. Derzeit gebe es aber noch keine Gespräche mit Interessenten. Das Mutterhaus soll den Informationen nach nicht weiter geführt, sondern innerhalb von zwei bis drei Jahren abgewickelt werden.

Unter Druck geraten könnten nach Händlereinschätzung die Aktien von Siemens. Einem Magazinbericht zufolge hat der Konzern im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr einen Milliarden-Verlust in den USA verbucht. Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet vorab aus seiner Montagausgabe unter Berufung auf firmeninterne Kreise, dass das Gesamtgeschäft, das heißt die US-Holding Siemens Corp. mit den direkt den Konzernbereichen zugeordneten Aktivitäten, im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust vor Steuern von 1,3 Milliarden Mark nach einem Fehlbetrag von 0,3 Milliarden Mark im Vorjahr verbuchen werde. Ein Siemens-Sprecher sagte auf Anfrage am Samstag, dass Firmenwertabschreibungen (Goodwill) das Ergebnis belasten dürften. Eine konkrete Zahl wollte er aber nicht nennen. Siemens wies zudem einen Magazinbericht zurück, wonach der weltgrößte Netzbetreiber Vodafone beim Start von UMTS nach derzeitiger Planung hauptsächlich auf andere Handyhersteller zurückgreifen will.

Im Fokus könnten auch die Titel der Deutschen Post stehen, nachdem der Vorstandschef, Klaus Zumwinkel, einem Pressebericht zufolge negative Auswirkungen aus der weltweiten Rezession und den Terroranschlägen für das Geschäftsjahr 2002 befürchtet.

Auch die Aktie der Lufthansa könnte unter Druck geraten. Die Verhandlungen mit der Gewerkschaft verdi über einen Lohnverzicht des Boden- und Kabinenpersonals waren am Wochenende vorerst gescheitert.

Nach den hohen Kursgewinnen der vergangenen Woche erwarten die Anleger zudem mit Spannung weitere wesentliche US-Konjunkturzahlen. "Entscheidend für den weiteren Verlauf der Börsen werden die Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen sein, denn diese werden zeigen, ob die Konsumenten derzeit Geld ausgeben und die Nachfrage stützen wollen", sagte ein US-Marktbeobachter einer Münchner Großbank. Am Mittwoch wird in den USA der Michigan-Index veröffentlicht.

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