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Consors verzeichnet Rückgang bei Kundenwachstum

Die Direktbank Consors Discount AG-Broker hat auf Grund der anhaltenden Börsenschwäche im dritten Quartal 2001 erneut einen Rückgang beim Kundenwachstum und den durchgeführten Transaktionen verzeichnet.

rtr NüRNBERG. Consors habe in den Monaten Juli bis September netto 6800 Kunden hinzugewonnen und so die Gesamtzahl der Depots auf 555 540 erhöht, teilte die nach Kundenzahl zweitgrößte europäische Direktbank am Donnerstag mit. Im zweiten Quartal hatte Consors noch netto 9 500 neue Kunden akquiriert. Schwarze Zahlen stellte Vorstandschef Karl Matthäus Schmidt für 2002 nur für das Deutschlandgeschäft in Aussicht. Die am Neuen Markt notierten Consors-Aktien fielen vier Prozent auf zwölf Euro.

Die Onlinebanken leiden zur Zeit allesamt unter der schlechten Stimmung an den internationalen Aktienmärkten. Die drittgrößte europäische Direktbank, die HypoVereinsbank-Tochter DAB bank AG, hatte am Dienstag ebenfalls ein sinkendes Kundenwachstum bekannt gegeben. Allerdings hatte die Münchener Onlinebank netto noch gut 25 000 Neukunden im dritten Quartal gewinnen können. Marktführer Comdirect will seine Daten zum Kundenwachstum erst zusammen mit den Ergebniszahlen am 12. November veröffentlichen.

Analysten bezeichneten das Wachstum der Consors-Depots als schwach. "Das ist Ausdruck der Tatsache, dass Consors zu sehr auf die Trader gesetzt hat und nicht auf Fonds wie die DAB bank. Für Consors wäre es gut und wichtig, sich auch bei Fonds zu positionieren", sagte Norbert Kretlow von Independent Research. "Eigentlich waren die Zahlen aber keine Überraschung. Es war klar, dass das dritte Quartal das schlechteste sein würde", sagte Alexander Kachler von Merck Finck & Co. Er äußerte sich skeptisch, ob Consors 2002 im Deutschlandgeschäft schwarze Zahlen schreiben werde. "Es wäre natürlich gut, wenn die AG in die schwarzen Zahlen kommen würde, aber wie wollen sie das erreichen?", fragte er. Die Zahl der Transaktionen sei im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 22 % auf 1,4 Mill. gefallen, teilte die Nürnberger Direktbank weiter mit. Auch das Depot- und Einlagevolumen verzeichnete einen Rückgang um 27 % auf 6,23 Mrd. ?. Das Depotvolumen sei dabei um 33 % auf 4,58 Mrd. ?, das Fondsvolumen um 19 % auf 828 Mill. ? gesunken. Nach dem ruhigeren Geschäft in den Urlaubsmonaten sei allerdings seit September eine erhöhte Aktivität zu spüren.

Durch Sparmaßnahmen und Absenkung des Personalbestandes um rund 300 Stellen bis 31. Dezember 2001 habe Consors nachhaltig die Weichen in Richtung Profitabilität gestellt, hieß es in der Mitteilung weiter. Das Marketingbudget und die Projektkosten seien gesunken. Auch die Trennung von einem Call Center in Berlin werde positive Effekte bringen. "Wir haben alles Notwendige in die Wege geleitet, dass wir in der AG schon in 2002 - auch bei anhaltend schlechtem Marktumfeld - wieder schwarze Zahlen schreiben", erklärte Consors-Chef Schmidt.

In Deutschland hat Consors den Angaben zufolge nun 491 330 Kunden, die im dritten Quartal 1,1 Mill. Transaktionen durchführten, im Ausland 64 210 Kunden mit 0,3 Mill. Transaktionen.

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