Construction AG kommt nicht an die Börse
Hochtief-Aktionäre stimmen Bau-Ausgliederung zu

Die Hochtief AG blickt mit einer neuen Organisationsstruktur und einem guten ersten Quartal zuversichtlich auf das Geschäftsjahr 2001. Die Aktionäre stimmten am Mittwoch bei der Hauptversammlung in Essen der Ausgliederung der beiden Bausparten Hochbau (Building) sowie Tief- und Ingenieurbau (Civil) in die Hochtief Construction AG zu.

Reuters ESSEN. Damit werde die Hochtief AG zur strategischen Management- Holding, sagte Vorstandschef Hans-Peter Keitel. "Von einer Trennung des deutschen Baugeschäfts ist nicht die Rede", wies Keitel Befürchtungen von Aktionären zurück, die Construction AG könnte an die Börse gebracht werden.

Im laufenden Jahr erwartet der größte deutsche Baukonzern ein insgesamt zufriedenstellendes Konzernergebnis und trotz der Flaute am deutschen Baumarkt ein ausgeglichenes Ergebnis im Inland. Erfreuliche Ergebnisbeiträge sollen vor allem aus dem Geschäft in Nordamerika, Asien und Australien kommen. An die Werte von 1999 werde der Konzern jedoch nicht wieder anknüpfen können, bekräftigte Keitel. Der Konzerngewinn sank im vergangenen Jahr auf 127 Mill. Euro, nach 205 Mill. Euro im Jahr zuvor.

Fast 100 % Zustimmung für Ausgliederung

Die Hochtief Construction AG soll verstärkt Spezialprodukte entwickeln, etwa für Hotels, Sportstätten oder Einkaufszentren. Die Gesellschaft konzentriere sich auf Europa, insbesondere auf Deutschland. Die Umstrukturierungskosten für 2001 bezifferte Keitel mit 20 bis 25 Mill. Euro. Die Gesellschaft werde zwar in den ersten Quartalen dieses Jahres noch keine schwarzen Zahlen schreiben, bis zum Ende des Geschäftsjahres werde jedoch ein positives betriebliches Ergebnis angestrebt. Im ersten Quartal 2001 belief sich das betriebliche Ergebnis in der Sparte Building/Civil auf minus 34,9 Mill. Euro, nach minus 29,3 Mill. Euro im entsprechenden Quartal des Vorjahres.

Die 100-prozentige Hochtief-Tochter werde in diesem Jahr ohne die künftig geführten Beteiligungsgesellschaften eine Leistung von über 2 Mrd. Euro erbringen, sagte Keitel weiter. Inklusive der später von der neuen AG zu führenden Beteiligungsgesellschaften werde Hochtief Construction rund 8 000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Ausgliederung der Bausparten berühre die vermögensmäßige Stellung der Hochtief-Aktionäre nicht, betonte Keitel. In dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag verpflichtet sich die Hochtief Construction AG ihren Gewinn ab dem am 1. April 2001 begonnenen Geschäftsjahr an die Hochtief AG abzuführen. Die Aktionäre stimmten der Ausgliederung der neuen Bau AG mit fast 100 % der abgegebenen Stimmen zu.

Hochtief bestätigt Aktienrückkauf

Die RWE AG, die 56 % der Hochtief-Anteile hält, hat nach den Worten von RWE-Chef, Dietmar Kuhnt, keine konkreten Verkaufspläne für ihre Finanzbeteiligung Hochtief. Als Finanzbeteiligung müsse Hochtief allerdings das Wachstum aus eigenen Mitteln finanzieren. Außerdem gebe es noch weniger Bestandschutz als für die übrigen Bereiche, sagte Kuhnt, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender von Hochtief ist. Hochtief kaufte rund 6,8 Mill. eigene Aktien zurück, was einem Anteil am Grundkapital von 9,73 % entspreche. Der Großteil der Aktien diene als Akquisitionswährung, sagte eine Sprecherin.

Das betriebliche Ergebnis von Hochtief stieg im ersten Quartal auf 10,4 Mill. Euro nach 5,6 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum, wie die RWE-Tochter weiter mitteilte. Der Gewinn belief sich auf 4,1 Mill. Euro, nach einem Quartalsverlust von 5,2 Mill. Euro im entsprechenden Vorjahresquartal. Der Konzernaußenumsatz erhöhte sich in den ersten drei Monaten um über 30 % auf 2,7 Mrd. Euro. Die Leistung stieg in den ersten vier Monaten auf 4,25 Mrd. Euro, nach 3,61 Mrd. Euro von Januar bis April 2000.

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