Content-Partner werden wie Perlen auf die Schnur gereiht
Dunkelrote Zahlen von T-Online werden heller

So langsam bekommt der viel beschworene Inhalt seine Inhalte. Erst Aktuelles, jetzt zur Berliner Funkausstellung das Thema Auto, demnächst vielleicht Erotik: T-Online reiht wie versprochen diverse "Content"-Partner wie Perlen auf die Schnur.

vwd BERLIN. Die hat Europas größter Internetdienst auch dringend nötig, um sich attraktiver zu machen und so aus der Verlustzone zu kommen. Zuletzt hat T-Online schon etwas aufgeholt. Das genaue Zahlenwerk für das erste Geschäftshalbjahr wird nun am Mittwoch auf der IFA präsentiert, nachdem erste Eckwerte bereits Anfang August mitgeteilt worden waren. Das wichtigste ist damit schon bekannt: Die Entwicklung des Umsatzes und beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Neu wird unter anderem der Fehlbetrag sein, den die Telekom-Tochter in den ersten sechs Monaten 2001 unter dem Strich eingefahren hat. Wegen der steuerlichen Unwägbarkeiten sind die Analysten hier mit Prognosen verhalten. Die Bankgesellschaft Berlin etwa rechnet mit einem Nettoverlust von 240 Mill. Euro, wobei in beiden Quartalen in etwa ein gleich hohes Minus angefallen sein dürfte. Das sieht anders aus, wenn man das am Neuen Markt notierte Unternehmen auf EBITDA-Basis betrachtet.

Hier hat sich im zweiten Quartal eine Verbesserung ergeben: Mit 56,9 Mill. Euro fielen knapp zehn Mill. Euro weniger an als in den ersten drei Monaten. Insgesamt ergab sich ein negatives EBITDA von 123,3 Mill. Euro, nachdem ein Jahr zuvor erst ein Verlust von 11,7 Mill. EUR verzeichnet worden war. Schuld an dem Absturz war unter anderem der kostspielige Pauschaltarif für Internetverbindungen über schmalbandige Telefonleitungen, mit dem sich T-Online verkalkuliert hatte und der nach einigen Monaten Anfang dieses Jahres wieder abgeschafft worden war. Dies ist ein Grund für den positiven Trend beim EBITDA; der andere sind Kosteneinsparungen.

Holtrop muss Abhängigkeit von der Telekom auflösen

Von der detaillierten Gewinn- und Verlustrechnung erwarten Analysten nun Aufschluss, wie sich die Aufwendungen entwickelt haben. Von Interesse dürfte außerdem sein, ob der Vorstandsvorsitzende Thomas Holtrop seine Prognose näher erläutert, dass es mit dem EBITDA in den kommenden Quartalen weiter aufwärts gehen soll. Auf der Umsatzseite hat sich das Unternehmen die Trennung von der Schmalband-Flatrate mit Einbußen erkauft - im zweiten Quartal schwächte sich der Zuwachs leicht ab. Bei den Erlösen kommt es vor allem auf das Portalgeschäft aus Werbung, E-Commerce und demnächst Abogebühren für Spezialangebote an.

Auch hier ist eine Tendenz nach oben erkennbar: Das zweite Quartal brachte einen Zuwachs um 17 %. Eine der großen Aufgaben Holtrops ist es, sich aus der Abhängigkeit vom Mutterkonzern Telekom zu lösen, die eigene Werbung schaltet und damit für die Hälfte des Portalumsatzes steht. Die andere wird sein, weiteren Content auf die Websites von T-Online zu leiten, um die - vor allem im Vergleich zum Hauptwettbewerber AOL - geringe Verweildauer der Kunden zu erhöhen. Die Pressekonferenz zum Halbjahr könnte zeigen, ob Holtrop noch mehr an Inhalten im Köcher hat.

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