Content-Piraterie im Internet
Experten fordern besseren Schutz von Urheberrechten

Einen besseren Schutz der Urheberrechte auch für Veröffentlichungen im Internet hat der Arbeitskreis Elektronisches Publizieren (Akep) im Börsenverein des Deutschen Buchhandels gefordert.

ap FRANKFURT/M. Auf der 52. Frankfurter Buchmesse, bei der bereits ein Viertel der Aussteller auch elektronisches Material präsentiert, verlangten Vertreter des Akep am Mittwoch gezielte gesetzliche und technische Maßnahmen gegen die so genannte Content-Piraterie. Zugleich stellten sie klar, dass die Neuen Medien trotz wachsender Bedeutung derzeit nur etwa 1 % des Umsatzes der Branche ausmachten und das gedruckte Buch auch künftig keinesfalls verdrängen würden.



Neue Generation von E-Books entwickelt

"E-Books habe eine große Zukunft - jedoch keiner weiß, wann sie wirklich beginnt." Mit diesem kürzlich veröffentlichten Zitat aus dem "Wall Street Journal" kennzeichnete der Leiter der Akep-Arbeitsgruppe "E-Books", Hans Kreutzfeldt, die Situation. Bei den gängigen elektronischen Büchern handele es sich vor allem um Nachschlagewerke, längere zusammenhängende Texte wie etwa Romane gelangten dagegen weitaus seltener ins Internet. Allerdings seien jetzt neue "Lesegeräte" entwickelt worden, die die E-Books benutzerfreundlicher machten und zugleich eine höhere Kopiersicherheit der Texte garantierten. Deshalb dürften die Verlage "die neue Zeit nicht verschlafen". Kreutzfeldt verwies auf eine Studie von Andersen Consulting, wonach in zehn Jahren bereits 10 % aller Bücher E-Books sein würden.



Content Syndication nicht im rechtsfreien Raum

Mit der Gefahr der Content-Piraterie befasst sich die Akep-Arbeitsgruppe "Content Syndication". Die mit diesem Fachbegriff umschriebene Bündelung von Inhaltsangeboten und deren Übermittlung in digitaler Form zwecks Mehrfachverwertung darf nach Ansicht von Arbeitsgruppenleiter Wolfgang Scheuren nicht im rechtsfreien Raum stattfinden. Nach einer amerikanischen Studie dürfte allein in den USA den Musikverlagen bis 2005 ein Verlust von 3,1 Mrd. $ und den Buchverlagen ein Minus von 1,5 Mrd. $ infolge von entgangenen Einnahmelizenzen entstehen. Hier will der Arbeitskreis laut Scheuren neue technische und vertragsrechtliche Konzepte entwickeln, um der Piraterie weitestgehend Einhalt zu gebieten.



Neue Suchmaschinen erforderlich

Akep-Sprecher Arnoud de Kemp plädierte auch für neue technische Konzepte, um sich in der Informationsflut besser zurecht zu finden. Zurzeit gebe es rund eine Milliarde zugängliche Internetseiten, doch alle vorhandenen Suchmaschinen zusammen könnten nicht mehr als 10 % davon auffinden. Hier beteilige sich der Akep an der Entwicklung eines neuen Systems, denn eine gesicherte Zugänglichkeit der Informationen sei für die Verlage eine notwendige Voraussetzung, um im Internet zu publizieren.



Ein großes Wachstum hat in den letzten Jahren der Internet-Buchhandel verzeichnet, wie der Leiter des zuständigen Akep-Arbeitskreises, Richard Freiherr von Rheinbaben, ausführte. Der Umsatz habe 1999 bis zu 165 Mill. DM betragen, was gegenüber dem Jahr davor eine Steigerung um 175 % bedeute. Für das Jahr 2000 werde ein Umsatz deutlich über 200 Mill. DM erwartet, in fünf Jahren dürfte die Milliardengrenze überschritten werden. Dann würden bereits 5 % des Buchhandels als E-Commerce betrieben.

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