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Conti steigert Quartalsgewinn deutlich - Prognose für 2005 angehoben

Der Autozulieferer Continental wird trotz steigender Rohstoffpreise und unerwarteter Restrukturierungskosten in Russland seine Gewinnziele in diesem Jahr erreichen und 2005 besser als erwartet abschneiden.

dpa-afx HANNOVER/FRANKFURT. Der Autozulieferer Continental wird trotz steigender Rohstoffpreise und unerwarteter Restrukturierungskosten in Russland seine Gewinnziele in diesem Jahr erreichen und 2005 besser als erwartet abschneiden. Für 2005 sei er sicher, dass Conti "Umsatz und Ertrag des Jahres 2004 toppen werde", sagte Vorstandschef Manfred Wennemer am Freitag vor Journalisten in Frankfurt. Bislang war der Konzern davon ausgegangen, die Vorjahreswerte lediglich erreichen, aber nicht übertreffen zu können.

Im dritten Quartal habe der Konzern den operativen Gewinn (Ebit) im zweistelligen Prozentbereich gesteigert. Darin seien aber keine Restrukturierungskosten enthalten. Im laufenden Jahr werde das Ebit "um mindestens 120 Mill. Euro" über dem Ergebnis von 2003 (855 Mill. Euro) liegen, bestätigte Wennemer frühere Angaben. Die Conti-Aktie reagierte mit deutlichen Gewinnen auf die Nachricht. Bis 16.45 Uhr legte sie bei hohen Umsätzen 2,64 Prozent auf 42,43 Euro zu und war damit der stärkste Dax-Wert .

EU Genehmigt Phoenix - Auflagen

Aus Brüssel bekommt Conti offenbar gute Nachrichten. Die EU-Kommission habe die Übernahme des Hamburger Konkurrenten Phoenix unter Auflagen genehmigt, erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX aus Kreisen.

Die EU werde ihre Entscheidung offiziell in zwei Wochen bekannt geben. Die Auflagen betreffen die Conti-Sparten Transportbänder, Fluid (Schläuche) und Luftfedern. Wennemer sagte hierzu, man habe "kleine Konzessionen" gemacht. Es sei klar gewesen, dass es wegen der Überschneidungen zwischen Conti und Phoenix in den genannten Bereichen Auflagen geben werde. Weitere Details nannte er nicht.

Keine Aufstockung Phoenix-Angebot

Das Übernahmeangebot für die verbliebenen Phoenix-Aktionäre, die noch 24 Prozent der Anteile halten, von 15 Euro je Aktie werde nicht nachgebessert. Dies sei ein fairer Wert. "Wir haben überhaupt keine Veranlassung, irgendwelche Konzessionen an Spekulanten zu machen", sagte Wennemer bei der Vorstellung des neuen Vorstandschefs der Conti Automotive Systems, Karl-Thomas Neumann. Der frühere VW-Manager ist seit Anfang Oktober Nachfolger von Wolfgang Ziebart, der auf den Chefsessel beim Münchner Chipkonzern Infineon wechselte.

Der Conti-Chef teilte weiter mit, dass man in den USA von einem Autokonzern einen Großauftrag für ESP-Sicherheitssysteme erhalten habe. Dieser habe ein Volumen von 80 Mill. Euro. Der Rückzug aus dem Reifen-Joint-Venture in Russland werde Kosten in niedriger zweistelliger Millionenhöhe verursachen. Die endgültige Entscheidung für den Rückzug werde Ende des Monats oder spätestens Mitte November fallen.

Lieferprobleme BEI 810-Winterreifen

Es sehe derzeit nach einem Scheitern der Verhandlungen mit dem unzuverlässigen Partner aus. Conti wollte bei Moskau ein Reifenwerk bauen. Enttäuscht zeigte sich Wennemer, dass die russische Regierung das Projekt behindert habe. "Die Regierung wollte ein Reifenwerk fünf Kilometer vom Kreml entfernt nicht sehen." Dort sollten ab 2006 jährlich 3,4 Mill. Reifen produziert werden.

Die Kosten für die Schließung des US-Reifenwerks in Mayfield gab Wennemer erneut mit maximal 120 Mill. Euro an. Starke Impulse liefere derzeit das Reifengeschäft. Die Nachfrage bei Winterreifen sei so groß, dass es beim neuen 810er-Reifen Lieferschwierigkeiten gebe.

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