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Conti will Wachstumsdynamik im 2. Halbjahr halten - Aktie steigt

(dpa-AFX) Hannover - Der Automobilzulieferer Continental < CON.ETR > will in diesem Jahr trotz Umstrukturierungskosten in den USA ein neues Rekordergebnis erzielen. Für das zweite Halbjahr rechne er mit einer ähnlich hohen Wachstumsdynamik wie in den ersten sechs Monaten, sagte Finanzvorstand Alan Hippe am Montag auf einer Telefonkonferenz in Hannover.

(dpa-AFX) Hannover - Der Automobilzulieferer Continental < CON.ETR > will in diesem Jahr trotz Umstrukturierungskosten in den USA ein neues Rekordergebnis erzielen. Für das zweite Halbjahr rechne er mit einer ähnlich hohen Wachstumsdynamik wie in den ersten sechs Monaten, sagte Finanzvorstand Alan Hippe am Montag auf einer Telefonkonferenz in Hannover.

"Wir haben gute Chancen, dass das Wachstum im zweiten Halbjahr etwa auf dem selben Niveau wie das erste ausfallen wird, eventuell aber auch etwas darunter", sagte Hippe. Im ersten Halbjahr und im zweiten Quartal hatte Continental trotz Kosten für die Einstellung der Reifenproduktion im US-Werk Mayfield (98,9 Mio Euro) das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) gesteigert. Im zweiten Quartal stieg das Ebit von 216 auf 237,7 Millionen und im ersten Halbjahr von 399,1 auf 484,4 Millionen Euro. Das Ebit ist die wichtigste Kennzahl des Konzerns. Unter dem Strich blieb im ersten Halbjahr ein Überschuss von 221,4 (Vj: 195,4) Mio Euro.

Prognose Angehoben

Für das Gesamtjahr hatte der Konzern am Morgen seine Prognose angehoben und damit am Aktienmarkt gepunktet. "Es zeichne sich ab, dass wir das operative Vorjahresergebnis - trotz der Belastung durch die Restrukturierung im US-Pkw-Reifenwerk Mayfield - übertreffen werden", sagte Konzernchef Manfred Wennemer. Vorher war nur von einem operativen Plus ohne Berücksichtigung der Restrukturierungskosten die Rede gewesen. Im Vorjahr hatte Conti operativ (Ebit) 855 Mio Euro verdient. Erneut stellte Wennemer für das Gesamtjahr ein Umsatzplus in Aussicht. Die Aktie stieg zuletzt um 2,42 Prozent auf 40,20 Euro.

Der Konzern stellt seine Reifenproduktion im US-Werk Mayfield Schritt für Schritt bis Jahresende ein. Von dem Umbau sind knapp 830 Mitarbeiter betroffen. Das US-Geschäft ist das Sorgenkind der Hannoveraner. Auch im zweiten Quartal habe die Conti hier Verluste eingefahren, sagte Hippe. Gleichwohl bekräftigte er das Ziel, in den USA im vierten Quartal des kommenden Jahres die Gewinnschwelle zu erreichen. "Wir sind auf einem guten Weg und liegen voll im Rahmen unserer Erwartungen", sagte Hippe. Für den Wachstumsschub werde zudem das Elektronische Sicherheitssystem ESP sorgen, das immer mehr Standard in US-Fahrzeugen werde. Zuletzt hatte Ford einen ESP-Großauftrag an Conti vergeben.

Weitere Belastungen IM 3. UND 4. Quartal

Nach den knapp 100 Millionen Euro Umstrukturierungskosten im zweiten Quartal will die Conti die verbleibende Summe auf die letzten beiden Geschäftsquartale dieses Jahres aufteilen. Im dritten und vierten Jahresviertel sollen jeweils 10,5 Millionen Euro verbucht werden, so dass sich die Belastung in diesem Jahr auf knapp 120 Millionen Euro summiert. Hinzu kommen Restrukturierungskosten von 17,7 Millionen Euro aus dem vergangenen Jahr.

Wie Hippe mitteilte, kommen auf den Konzern durch Vereinbarungen mit den Gewerkschaften durch Mayfield weitere Verpflichtungen in Höhe von 52 Millionen Euro zu. Zudem werden konzernweit in diesem Jahr durch höhere Rohmaterialpreise Belastungen in Höhe von 120 Millionen Euro anfallen, sagte Hippe weiter. Der Konzern versucht diese durch Preiserhöhungen aufzufangen.

Überprüfung DER Kostenstrukturen

Nach den Kostensenkungen in Nordamerika kündigte der Finanzvorstand eine Überprüfung der Kostenstrukturen in anderen Werken an. Sorgen machten vor allem Westeuropa und hier insbesondere Deutschland, sagte der Manager, ohne genauer ins Detail zu gehen. Derzeit seien die europäischen Standorte voll ausgelastet. So lange dies so bleibe, gebe es keine Notwendigkeit, an den Werken zu zweifeln.

Unterdessen rechnet der Konzern weiterhin mit einem positiven Bescheid der EU-Kommission "spätestens bis Oktober" für die Übernahme des Hamburger Konkurrenten Phoenix. "Wir verhandeln mit der EU-Kommission, und bisher hat es keine negativen Überraschungen gegeben", sagte Hippe. Der Konzern hat die erwarteten Synergien aus dem Geschäft bisher mit 30 Millionen Euro beziffert. Ob diese noch darüber liegen könnten, könne er erst nach eingehender Prüfung nach dem erhofften "Ok" der EU-Kommission sagen, kündigte Hippe an. Die Conti hatte sich durch ihr Übernahmeangebot von 15 Euro je Aktie 75,96 Prozent der Phoenix-Aktien gesichert. Angesichts des hohen Barmittel-Bestands schloss der Finanzvorstand nicht aus, dass davon die Aktionäre durch eine höhere Dividende profitieren könnten. Möglich sei auch der Rückkauf eigener Aktien, sagte Hippe. /tav/tb/fn

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