Continental im MDax gesucht
Dax verteidigt kleinen Gewinn

Angetrieben von kräftigen Kursgewinnen bei den Finanzwerten hat der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem kleiner Plus geschlossen. Im Mittelpunkt des Interesses stand dabei die Deutsche Bank, die den Verkauf von Beteiligungen bekannt gab.

rtr/dpa FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex DAX hat am Dienstag nach Verlusten im Handelsverlauf etwas fester geschlossen. Das Börsenbarometer zog zum Handelsende um 0,7 Prozent auf 3351,32 Zähler an. Der MDAX der mittleren Unternehmenswerte gewann 0,71 Prozent auf 3169,01 Punkte. Am Neuen Markt fiel der Nemax 50 hingegen um 1,66 Prozent auf 452,81 Zähler.

Angesichts der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch und Donnerstag blieben die Börsenumsätze allerdings gering. Die Kursgewinne der Finanzwerte begründete der Händler Björn Wystrach von der Helaba mit Spekulationen auf eine Zinssenkung. Niedrigere Zinsen bedeuten für Banken und Versicherungen geringere Refinanzierungskosten.

Deutliche Verluste verbuchten derweil die Technologiewerte, die Händlern zufolge von Gewinnmitnahmen belastet wurden. Am Neuen Markt brachen die Titel von Mobilcom auf Grund der unklaren Zukunft des angeschlagenen Unternehmens ein.

Die Fed werde mit ziemlicher Sicherheit und die EZB mit einiger Wahrscheinlichkeit die Zinsen senken, sagte David Brown, Chefökonom von Bear Sterns. In den USA liegen die Zinsen mit 1,75 Prozent bereits auf dem niedrigsten Niveau seit 40 Jahren. Falls die US-Notenbank die Zinsen wider Erwarten unverändert lassen sollte, könnte der Dax in den kommenden Tagen aber in die Verlustzone rutschen.

Die Aktien der Deutschen Bank verteuerten sich um mehr als vier Prozent auf 49, 26 Euro. "Alle Beteiligungen stehen zur Disposition. Das ist ein gutes Zeichen", kommentierte ein Analyst die Anteilsverkäufe. Der Fondsmanager Boris Böhm von Nordinvest fügte jedoch hinzu: "Ich glaube nicht, dass sie schnell an andere Beteiligungen wie etwa Daimler-Chrysler rangehen."

Die Deutsche Bank hatte mitgeteilt, einen Großteil ihrer Wertpapierdienste für 1,5 Milliarden Dollar an den US-Finanzdienstleister State Street verkauft zu haben. Außerdem platzierte sie ihren 7,5-prozentigen Anteil am Reifenhersteller Continental für insgesamt gut 140 Millionen Euro an der Börse. Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Conti-Titel stiegen daraufhin um 3,6 Prozent auf 14,60 Euro. Börsianern zufolge gibt es Spekulationen, Conti könne nun wegen des erhöhten Streubesitz-Anteils bald in den Dax aufsteigen.

An der Spitze der Dax-Gewinner standen die Titel der Hypo-Vereinsbank und der Allianz, die sich von den Zinsspekulationen beflügelt um 4,3 Prozent auf 15,39 Euro beziehungsweise um 6,3 Prozent auf 120 Euro verteuerten.

Mit einem Minus von knapp sechs Prozent auf 81,50 Euro lagen derweil die Aktien von SAP an der Spitze der Dax-Verlierer. Die Titel von BMW gaben um knapp ein Prozent auf 36,66 Euro nach. Die Papiere beider Branchen hatten in den vergangenen Tagen kräftig zugelegt.

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