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Cook erwägt geringere Kapazitätskürzungen

Europas zweitgrößter Reisekonzern Thomas Cook erwägt auf Grund der zuletzt wieder steigenden Buchungszahlen für den Sommer mehr Kapazitäten für Flüge und Hotels bereitzustellen als zuletzt geplant.

rtr OBERURSEL. Die Entscheidung darüber werde in den nächsten Wochen fallen, bestätigte Cook-Sprecher Rolf-Dieter Graß am Dienstag. Denkbar sei, dass die Flug- und Hotelkapazitäten weniger stark heruntergefahren werden als im Oktober bei dem Start des Sparprogramms vorgesehen. Wie Thomas Cook-Chef Stefan Pichler in der "Frankfurten Allgemeinen Zeitung" (FAZ) erklärte, liegen die Buchungen für die Sommersaison nach einem überaus schwachen Start inzwischen teilweise wieder über den Wocheneingängen zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. "Wir wollen die Entscheidung über unsere Kapazitäten so lange wie möglich offen halten, um die Buchungssituation einschätzen zu können", sagte Cook-Sprecher Graß. Der für Deutschland zuständige Bereichsvorstand Detlef Altmann hatte sich bereits Ende Januar zuversichtlich gezeigt, dass die Buchungsrückstände für den Sommer noch aufgeholt werden könnten und das Rekordniveau des Vorjahres wieder erreicht werde. Im vorigen Oktober war Pichler bei der Verabschiedung des Sparprogramms von 530 Mill. ? unter dem Eindruck der Folgen nach den Anschlägen in den USA von einem Umsatzrückgang in der Reisebranche von bis zu 15 % ausgegangen. Gestrichen wurden 2600 Stellen, davon allerdings gut drei Viertel in Großbritannien im Rahmen der ohnehin anstehenden Integration der britischen Thomas Cook in den Gesamtkonzern.

Das Management der Flug- und Hotelkapazitäten wird angesichts der unsichereren Buchungsprognosen in diesem Jahr in der gesamten europäischen Reisebranche als besonders schwierig angesehen. Die Kapazitätssteuerung gilt jedoch auch bei Touristikanalysten als wesentlich für den wirtschaftlichen Erfolg. Bei Thomas Cook entfällt knapp die Hälfte des für 2002 geplanten Sparvolumens auf den effizienten Umgang mit Flugkapazitäten und Hotelbetten. Für die Wintersaison habe Thomas Cook die Kapazitäten um 17 % zurückgefahren, sagte Picher der FAZ. Auch der Preussag-Konzern hat im Winter in Großbritannien und Skandinavien zwischen zehn und 20 % der Kapazitäten gestrichen. Sparprogramm und der Integrationsprozess von Thomas Cook lägen voll im Plan, sagte Pichler. Die ersten Früchte will der Cook-Chef bereits kommende Woche (7. März) mit der Bilanz für das am 31. Oktober beendete Geschäftsjahr 2000/2001 präsentieren. Nach ersten Angaben aus dem Januar stieg der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen (Ebta) um fünf Prozent auf 155 Mill. ? bei einem ähnlich starken Umsatzplus auf acht Mrd. ?. Das operative Ergebnis dürfte nach den Worten Pichlers noch deutlicher um 40 % gestiegen sein und somit bei knapp 100 Mill. ? liegen.

Der Integrationsprozess sei noch nicht abgeschlossen. Das Ziel sei weiterhin, "in allen Kernprozessen besser zu sein als unsere Wettbewerber", sagte Pichler. Offenbar mit Blick auf die Sanierungsaufgabe des Konkurrenten und Weltmarktführers Preussag in Frankreich fügte er hinzu: "Wir haben in Europa keine Baustellen." Thomas Cook hatte in Frankreich die größte Reisebürokette Havas Voyages übernommen. Preussag war mit einer Minderheitsbeteiligung beim größten Reiseveranstalter Nouvelles Frontieres eingestiegen und will nun in Kürze vorzeitig die Mehrheit des zuletzt verlustreichen Unternehmens übernehmen. Nach jüngsten Äußerungen von Preussag-Vorstand Ralf Corsten will der Konzern mehr als 150 Mill. ? aufbringen, um die Kapitalbasis des Unternehmens zu stärken.

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