Copacabana-Stimmung in Köln
Millionen fieberten mit der deutschen Elf

Millionen Fußballanhänger in Deutschland haben der Nationalelf am Sonntag im Finale der Fußballweltmeisterschaft vergeblich die Daumen gedrückt.

WiWo/ap FRANKFURT/MAIN. Viele verfolgten die 0:2-Niederlage des Teams von Rudi Völler an Großbildleinwänden im Freien. Vor dem Anpfiff herrschte in vielen Städten Süddeutschlands bei strahlendem Sonnenschein Stadionatmosphäre. Nach dem Schlusspfiff wurde - wenn auch etwas gedämpfter - in vielen Städten dann doch auch die Vizeweltmeisterschaft gefeiert. In Leipzig bereiteten Gewalttäter dem zunächst friedlichen Fußballfest auf dem Burgplatz am Rathaus ein jähes Ende. Kurz nach dem zweiten Tor der Brasilianer bewarfen die Randalierer Polizisten mit Flaschen, Knallkörpern und anderen Gegenständen. Nach einer Meldung des MDR wurden mehrere Menschen verletzt. Die Polizei ging gegen die Krawallmacher vor und nahm eine zunächst nicht bekannte Zahl vorläufig in Gewahrsam.

Brasilianische Karnevalsatmosphäre

Im Kölner Lokal "Viva Brasil" herrschte nach dem Abpfiff brasilianische Karnevalsatmosphäre. "Es ist wunderbar, wir haben die beste Mannschaft, jetzt wird drei tage lang gefeiert", jubelte die 29-jährige Brasilianerin Vanessa Bischoff. Gast Edesson del Finho erklärte: "Brasilien spielte mit Herz, Fußball ist alles für uns, es ist sehr wichtig für das ganze Land. Es tut mir aber sehr leid für meine Frau. Die ist Deutsche."

Der Frankfurter Römerberg war schon vor Spielbeginn mit rund 10 000 Menschen gefüllt. Bei herrlichem Sonnenschein stimmten sich die Fans ab den frühen Vormittagsstunden mit "Rudi-Völler"-Gesängen auf das Finale ein. Auch ein wackeres Grüppchen Brasilianer feuerte sein Team aus Südamerika an. Am Ende sei der Römerberg jedoch ein "Tal der Tränen" gewesen, sagte Polizeisprecher Karlheinz Wagner. Nach Spielende habe sich die Versammlung schnell aufgelöst, eine Reihe deutscher Fans bildeten aber noch Autokorsos. Es sei - von einigen Rangeleien mit alkoholisierten Fans abgesehen - friedlich geblieben.

Mit verhaltenem Jubel wurde in Berlin das Abschneiden der deutschen Mannschaft im WM-Endspiel aufgenommen. "Das wäre aber auch zu schön gewesen", drückte der 13-jährige Manuel nach dem Abpfiff die Gemütslage vieler Menschen aus. Viele Tausend Fußballfans hatten sich in der Hauptstadt vor Großleinwänden versammelt. Allein im Sony-Center am Potsdamer Platz harrten 3 000 Menschen teilweise seit dem Morgen aus. Nach dem Spiel bildeten sich einige Autoschlangen. Das erwartete Verkehrschaos blieb jedoch aus. Auch entlang des Kurfürstendamms hielt sich die Freude über den Vizemeister-Titel in Grenzen.

In Hannover verfolgten gut 45 000 Zuschauer vor einer Riesenleinwand im Niedersachsen-Stadion das Endspiel. "Die Fußball-Fans haben trotz den Niederlage der Deutschen gefeiert. Am meisten haben sich natürlich die brasilianischen Zuschauer gefreut", sagte Polizeisprecher Lars Berlinger, der die zweite Halbzeit des Spiels mit Stadion mitverfolgte. In Bremen herrschte dagegen auch nach dem Abpfiff Partystimmung. Deutsche und Brasilianer feierten gemeinsam. Es war laut, aber friedlich. Vor der Kulisse des Bremer Doms feierten rund 15 000 Fans.

Soldaten in Kabul fieberten mit

Auch die deutschen Soldaten in Kabul verfolgten das WM-Finale. "So ist das Leben", erklärte der Bundeswehrsoldat Thorsten Weiss. "Wir trinken ein paar Bier und vergessen die Sache schnell. "Brasilien hat besser gespielt, aber es ist nur ein Spiel", erklärte Hauptmann Werner Ittermann. "Es ist schade für die deutschen Fans, aber wir haben hier eine wesentlich schwierigere Mission zu erfüllen.

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