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Corning und Alcatel bauen weitere Stellen ab

Der Markt für Netzwerkausrüstung kommt nicht in Fahrt. Erholung wird erst in einigen Monaten erwartet.

bba NEW YORK. Gleich zwei führende Unternehmen der Technologiebranche haben für die USA den Abbau von Stellen und Sanierungsmaßnahmen angekündigt, um sich dem schwachen Markt für Netzwerkausrüstung anzupassen. Der US-Konzern Corning will in der Photonics-Sparte (Lichttechnologie) 1000 Stellen streichen und drei Produktionsstätten schließen. Außerdem muss der weltweit größte Glasfaserkabel-Hersteller aus Corning/New York für das zweite Quartal Rückstellungen in Höhe von rund 5,1 Mrd. $ bilden.

Damit sollen Kosten für Lagerüberschüsse und Goodwill abgedeckt werden, die im Zuge verschiedener Übernahmen im letzten Jahr entstanden waren. Durch den Stellenabbau will der Konzern jährlich 150 Mill. $ einsparen. Weitere Personalschnitte schließt Corning für die Zukunft nicht aus. Eine weitere Sparmaßnahme: Künftig soll die seit Jahren quartalsmäßig ausgeschüttete Dividende in Höhe von 6 Cents nicht mehr ausgezahlt werden.

Der Markt wertet diese Ankündigungen als Zeichen, dass der Glasfaser-Hersteller die Nachfrage an Telekom-Netzwerkausrüstung in den vergangenen Monaten zu hoch eingeschätzt hatte. Wie Corning-CEO und President John Loose mitteilte, rechne man mit einer Erholung der Nachfrage frühestens zum Jahresende, möglicherweise aber sogar erst Mitte nächsten Jahres. Der Markteinbruch sei für den Konzern selbst und die ganze Branche überraschend gekommen, so Loose. Die revidierte Gewinnprognose für das zweite Quartal, die 18 Cents pro Aktie vorsieht, werde der Konzern wahrscheinlich mindestens einhalten können. Für die zweite Hälfte von 2001 allerdings werde man die Gewinnprognosen nicht einhalten.

In der angeschlagenen Photonics- Sparte hat Corning seit Februar bereits 2000 Angestellte entlassen. Die Sparte soll mindestens zwei der unternehmensweiten Gewinnwarnungen ausgelöst haben. Für dieses Jahr rechnet das Unternehmen mit verminderten Umsätzen von 600 bis 700 Mill. $, nachdem der Lichttechnik-Bereich im vorigen Jahr noch 1 Mrd. $ erwirtschaftet hatte. Überdies sollen im zweiten Quartal 300 Mill. $ an Lagerbeständen in der Photonics-Sparte abgebaut werden.

Auch der französische Netztechnik-Spezialist Alcatel kündigte an, in den USA nochmals 2500 Stellen zu streichen. Alcatel nannte als Grund ebenfalls die anhaltende Schwäche des Marktes. Seit Januar dieses Jahres hat Alcatel in den USA bereits 2 200 Jobs gestrichen. Die Entlassungen, so Alcatel-Chef Serge Tchuruk, seien Teil der umfangreichen Umbaumaßnahmen, die der Konzern in den USA ergriffen habe. Zusätzlich zu den bereits angekündigten Werksschließungen in USA macht Alcatel nun noch ein weiteres Werk in Raleigh/North Carolina dicht und verteilt die dortige Produktion auf zwei andere Werke in Texas und Mexico.

Nach der gescheiterten Übernahme des Konkurrenten Lucent strebt Alcatel ein starkes inneres Wachstum an. Zu dieser Strategie gehört auch, dass der Konzern seine Kernkompetenz Netzwerktechnologie ausbaut und Randaktivitäten abstößt.

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