Corning will vier Werke wieder eröffnen
Positive Signale per Glasfaser

hb DÜSSELDORF. Das Schlimmste scheint überstanden. Der US-Glasfaserhersteller Corning will vier Produktionsstätten wieder in Betrieb nehmen, die das Unternehmen vor drei Monaten stillgelegt hatte. Das berichtete das "Wall Street Journal" in seiner heutigen Ausgabe.

"Wir haben unsere Lagerbestände abgearbeitet und beginnen nun, die Kapazitäten wieder hochzufahren, um die Nachfrage unserer Kunden zu befriedigen," begründete ein Sprecher des Unternehmens die Entscheidung. Er warnte jedoch vor zu viel Enthusiasmus: Corning habe nicht vor, die Werke wieder voll auszulasten.

Die Anleger waren gleichwohl von der positiven Meldung angetan: Die Aktien des Unternehmens, die bei Börsenstart bei einem Dollar dümpelten, stiegen bis zum Nachmittag (16 Uhr Ortszeit) auf 10,70 Dollar.

Corning hatte die Werke im November aufgrund der Überkapazitäten im Telekommunikations-Sektor stillgelegt. Zuvor war die Nachfrage bei dem größten Hersteller von optischen Glasfasern kontinuierlich geschrumpft.

Schon ab 21. Januar will Corning den Betrieb in den beiden US-Produktionsstätten in North Carolina wieder aufnehmen. Die beiden Werke in Deutschland und Australien sollen voraussichtlich Anfang Februar wieder ihre Tore für die Belegschaft öffnen.

Analysten werteten die Pläne von Corning zur Wiedereröffnung der Produktionsstätten als vorsichtiges Signal, dass es der Branche in Zukunft zumindest nicht noch schlechter gehen werde. "Ich glaube nicht, dass der Markt sich in den letzten drei oder vier Monaten fundamental verändert hat", sagte Analyst Tony Carbone von J.P. Morgan. "Aber es ist ein positives Zeichen, dass wieder Glasfasern produziert werden."

Nikos Theodosopoulos von UBS Warburg wertet die Entscheidung von Corning als positives Signal. "Wir erwarten, dass nach dem ersten Quartal die Talsohle überschritten sein wird und sich der Ausblick für die gesamte Branche von da an allmählich verbessert."

Die Entscheidung von Corning könnte ein positiver Impuls für die gesamte Wirtschaft sein. Die strikte Zurückhaltung bei Investitionen in Gebäude und Ausstattung sei - so das Wall Street Journal - eine der wesentlichen Triebfedern der Rezession gewesen. Selbst wenn die Produktion nicht sofort wieder in die Höhe schnellen sollte, könnte die Verstetigung des Outputs der Wirtschaft helfen, wieder auf die Beine zu kommen.

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