Archiv
Corporate Governance - das amerikanische Dilemma

Selbst in den USA ist der Wille zu aktiver Einflussnahme der Aktionäre gering

Enron, Tyco, Worldcom & Co. Wir kennen die Namen - und sie stehen nicht für ein Kapitel amerikanischer Unternehmensgeschichte, auf das irgendjemand stolz sein könnte. Die Skandale haben zu Gesetzen geführt, die deutliche Strafen für fehlgeleitete Manager vorsehen. Die Börsenaufsicht SEC will nun mit weiteren Vorschriften dafür sorgen, dass Aktionäre mehr Einfluss auf die Zusammensetzung der Verwaltungsräte erhalten. Aber, so zeigt sich: Selbst in den USA ist der Wille zu aktiver Einflussnahme gering.

Das amerikanische Dilemma ist auch in Deutschland nicht unbekannt. Wenige Aktionäre nehmen hier zu Lande in konkreten Einzelfragen Einfluss auf Vorstand und Aufsichtsrat. Ihr Wunsch nach Mitsprache bei der Besetzung von Aufsichtsräten ist gering. Gerade die beiderseits des Atlantiks mit zunehmender Intensität geführte Diskussion über Corporate Governance, also gute Unternehmensführung, macht aber eine aktive Mitwirkung der Aktionäre zwingend erforderlich. Wenn deutsche Gerichte sich bald damit beschäftigen, ob die Zahlungen an Vorstände oder diese und jene unternehmerische Entscheidung denn angemessen seien, dann treten wir in Deutschland dem Wesen des staatlich gelenkten Unternehmertums einen großen Schritt näher.

Diese Entwicklung staatlicher Bevormundung kann nur verhindert werden, wenn Aufsichtsräte wirklich beaufsichtigen und die Interessen der Aktionäre wahrnehmen. Die aber müssen ihre Repräsentanten auch zur Rechenschaft ziehen, wenn diese ihre Pflicht nicht genügend wahrnehmen. Es gilt: Eigentum verpflichtet, sonst übernimmt der Staat - mal wieder.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%