Corporate Governance Konferenz
Cromme fordert Regierung zum Handeln auf

Der Vorsitzende der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex, Gerhard Cromme, hat die Bundesregierung aufgefordert, die gesetzlichen Voraussetzungen für kürzere Hauptversammlungen und eine effizientere Aufsichtsratsarbeit zu schaffen.

BERLIN. Der Leiter der Hauptversammlung müsse gesetzliche Instrumente an die Hand bekommen, "die ihm eine straffe und zielgerichtete Durchführung der Hauptversammlung ermöglichen", sagte Cromme in Berlin auf der Zweiten Konferenz Deutscher Corporate Governance Kodex.

Dabei müsse sie zugleich sicherstellen, dass das Risiko nicht wachse, dass Aktionäre im Nachhinein Hauptversammlungsbeschlüsse anfechten. Manager und Aufsichtsräte kritisieren seit Jahren die extrem langwierigen deutschen Hauptversammlungen, die bei großen Unternehmen oft zehn Stunden und länger dauern. Cromme verwies darauf, dass die Aktionärstreffen in anderen Ländern selten länger als drei Stunden dauern, ohne dass das berechtigte Informationsbedürfnis der Aktionäre zu kurz käme.

Eine weitere Herausforderung für den Gesetzgeber sieht Cromme in der mangelnden Effizienz deutscher Aufsichtsräte. "Die Aufsichtsräte sollten deutlich verkleinert werden, denn in den heutigen Sitzungen mit bis zu 30 Teilnehmern ist eine effiziente und vertrauensvolle Diskussion längst nicht mehr möglich", kritisierte Cromme. Auch eine Befragung im Rahmen des Handelsblatt Business Monitor zeigte jetzt, dass 84 % der befragten Top-Manager mit der Arbeit deutscher Aufsichtsräte nicht zufrieden sind und die Mehrzahl der Befragten für eine deutliche Verkleinerung der Gremien plädiert.

Die deutschen Aufsichtsräte müssten international und professionell besetzt werden, forderte Cromme. Dem stehe das Mitbestimmungsgesetz im Wege. Es schreibt die paritätische Besetzung der Aufsichtsräte mit Aktionärs- und Arbeitnehmervertretern vor und legt für Aktiengesellschaften mit mehr als 20 000 Beschäftigten eine Zahl von mindestens 20 Mitgliedern fest. Bei der weiteren Diskussion über eine Verbesserung der Aufsichtsratsarbeit müsse man auch diskutieren, ob Aufsichtsratssitzungen nicht häufiger stattfinden müssten. Ferner seien Anforderungsprofile für Aufsichträte und bessere Wahlverfahren wichtige Themen. Cromme schlug außerdem vor, die paritätische Besetzung der Aufsichtsratsausschüsse durch eine strikt fachliche Auswahl zu ersetzen.

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