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Cottbus auch mit Sander im freien Fall

Energie Cottbus hat die Suche nach einem Nachfolger von Trainer-Idol Eduard Geyer mit Verspätung eröffnet. Nach dem misslungen Versuch, mit Interimstrainer Petrik Sander das Ruder herumzureißen, sucht sdie Vereinsführung des Zweitligisten nun verzweifelt nach einem Retter.

dpa COTTBUS. Energie Cottbus hat die Suche nach einem Nachfolger von Trainer-Idol Eduard Geyer mit Verspätung eröffnet. Nach dem misslungen Versuch, mit Interimstrainer Petrik Sander das Ruder herumzureißen, sucht sdie Vereinsführung des Zweitligisten nun verzweifelt nach einem Retter.

"Ich habe klipp und klar gesagt, Herr Sander hat eine Chance, wenn er sieben Punkte aus den letzten drei Spielen vor der Winterpause holt", wiederholte Präsident Dieter Krein nach der 0:2- Pleite im eigenen Stadion seine Forderung, die nun angesichts von nur noch zwei Spielen bis Weihnachten nicht mehr realisierbar ist.

Angesichts klammer Kassen wird die Lösung der Trainerfrage für die Energie-Verantwortlichen um Krein allerdings zu einer kniffligen Mission. Kandidaten wie Frank Pagelsdorf, der schon Interesse bekundete, dürften nur schwer zu bezahlen sein. Im Umfeld des Stadions der Freundschaft werden Namen wie der des einstigen Dresdner Stürmers Ralf Minge gehandelt, derzeit als Leiter des Nachwuchs-Zentrums bei Bayer Leverkusen tätig. "Ich sage dazu jetzt gar nichts. Es gibt keine schlüssigen Antworten", meinte Krein sichtlich gezeichnet von der zweiten Heimpleite hintereinander.

Das geschasste Trainer-Idol Geyer musste als Urlauber in Gran Canaria im Fernsehen mit ansehen, wie sich gegen Burghausen der "freie Fall" der Cottbuser in Richtung Regionalliga weiter fortsetzte. Erstmals steht Energie nun auf einem Abstiegsplatz. "Die Spieler saßen in der Kabine wie begossene Pudel", gab sich auch seine ehemaliger Assistent Sander betroffen. "Wir haben alles versucht. Aber in fünf Trainingseinheiten ist eine Mannschaft schwer in Fahrt zu bringen, die dermaßen verunsichert ist." Schließlich habe dem Team bei zwei Lattentreffern auch das Quäntchen Glück gefehlt. "Aber wir können uns jetzt nicht einbuddeln", meinte der Übergangstrainer, der selbst zwischen 1988 und 1990 in der DDR- Oberliga 38 Treffer für Energie erzielt hatte.

Sander und Krein bleiben derzeit nur Durchhalteparolen und die vage Hoffnung, dass bis zur Winterpause noch ein kleines Wunder passiert. "Die Hoffnung stirbt zuletzt. Bis zur Pause müssen wir da unten rauskommen, vielleicht gelingt uns dies schon in Frankfurt", meint der Präsident. Die vereinzelten "Vorstand-raus"-Rufe einiger Fans ignorierte Krein.

"Ohne Geyer geht nix", bekräftigten indes einige hartgesottenen Anhänger auf ihrem Transparent. Über ein Fanportal im Internet sammeln die Fans schon Geld für ein Denkmal für ihr verlorenes Idol, das die Cottbuser in 377 Pflichtspielen begleitet und drei Jahre lang sogar in der deutschen Eliteklasse betreut hatte. Bisher gibt es ähnliche Kultstätten in Deutschland nur für Helmut Rahn in Essen und Hermann Nuber am Bieberer Berg in Offenbach.

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