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CPU und Vizrt erwirken Aufschub gegen Delisting

Am Freitag haben zwei weitere Unternehmen des Neuen Marktes vor dem Landgericht Frankfurt einen Aufschub der seit Anfang Oktober geltenden Ausschlussregel der Deutschen Börse für so genannte Penny-Stocks erwirkt.

rtr FRANKFURT. Mit CPU Softwarehouse und Vizrt haben damit elf Unternehmen eine Schonfrist bis April 2002 erhalten. Noch am Vortag hatte Rainer Riess, Chef der Abteilung Primary Marktes bei der Deutschen Börse AG, auf einer Veranstaltung in Frankfurt gesagt, die Börse werde die neuen Regeln weiter anwenden. Dagegen hatte Markus Straub, Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK), eine Verschiebung der Regelung auf April 2002 gefordert.

Am Morgen hatte eine Sprecherin des Softwareunternehmens CPU bestätigt, eine Einstweilige Verfügung erwirkt zu haben. Das Unternehmen warte aber noch auf eine detaillierte Begründung des Landgerichts. Vizrt, ein Anbieter von Lösungen für integrierte Broadcast-Grafiksysteme und virtuelle Studios, hat nach eigenen Angaben zufolge einen Aufschub um ein halbes Jahr erreicht.

Elf einstweilige Verfügungen

"Wir sehen den juristischen Streitereien gelassen entgegen", hatte Rainer Riess von der Deutschen Börse am Vortag gesagt. Dagegen hatte Sdk-Vorstand Straub eine Reaktion der Börse auf die in der jüngsten Vergangenheit erwirkten Einstweiligen Verfügungen und eine Verschiebung des neuen Regelwerkes gefordert. Das Hauptproblem sei, dass nach den mittlerweile elf einstweiligen Verfügungen nicht mehr für alle Unternehmen am Markt die gleichen Rechte gelten würden.

Die neuen Delisting-Regeln der Deutschen Börse sehen vor, dass Firmen, deren Aktien längere Zeit unter einem Euro gehandelt werden und deren Marktkapitalisierung dauerhaft unter 20 Mill. ? liegt, vom Neuen Markt ausgeschlossen werden. Nach den seit 1. Oktober geltenden Regeln werden auch insolvente Firmen vom Neuen Markt verbannt. Derzeit sind rund 40 Unternehmen des Neuen Marktes von den Delisting-Regeln akut betroffen.

Am Freitag stiegen die Papiere von CPU Softwarehouse in Frankfurt um knapp sechs Prozent auf 1,09 ?. Vizrt legte bei für den Tag hohen Umsätzen sogar mehr als 18 % auf 0,78 ? zu.

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