Credit Suisse bringt Zertifikate-Innovation in Europa
Vom Wissen der Insider profitieren

Wer Insidergeschäfte betreibt, redet nicht darüber. Die meisten Marktteilnehmer wissen nichts Genaues, argwöhnen aber, dass einige groß absahnen: Insiderhandel ist für Börsianer hier zu Lande ein Tabuthema. Das soll sich jetzt ändern: Credit Suisse bietet ein Zertifikat an, mit dem alle Anleger von - legalem - Insiderhandel profitieren können.

FRANKFURT/M. Das Papier (WKN: 650 390) bezieht sich auf 30 Nebenwerte der US-Börsen New York Stock Exchange, Amex und Nasdaq, erklärt Joachim Leissner, Leiter Produktmanagement bei der Credit Suisse Deutschland AG gegenüber dem Handelsblatt.

Das Prinzip des Zertifikats: Die Bank sucht Aktien aus, die sich nach Käufen von Insidern in der Vergangenheit überdurchschnittlich entwickelt haben. Zu Insidern zählen Führungskräfte der Firmen und wichtige Einzelaktionäre. Die Backtesting-Periode, in der die Aktienkurse beobachtet wurden, reicht etwa zehn Jahre zurück. Werden die bislang als einflussreich qualifizierten Insider wieder aktiv, greift die Bank zu - vorausgesetzt, dass auch andere Indikatoren wie das Handelsvolumen für einen Kauf sprechen.

Daten über den Insiderhandel in den USA seien für jedermann verfügbar, erläutert Dirk Singer, zuständig für strukturierte Wertpapiere bei der Credit Suisse First Boston in London. Nach dem Security and Exchange Act von 1934 müssten diese Geschäfte bis spätestens zum zehnten Tag des Monats, der auf die Transaktion folgt, an die Börsenaufsicht SEC gemeldet werden. Nach Angaben von Singer werden jeden Monat etwa 25 000 solcher Transaktionen registriert. Die Leistung der Credit Suisse bestehe in der Datenverwaltung, die das Herausfiltern der Insider ermögliche. In Europa sei das Papier eine Innovation.

Bewertung in Euro

Die 30 Aktien fließen in einen Index ein, dessen Zusammensetzung am Quartalsende überprüft wird. Steigt das Barometer, gewinnt das Zertifikat an Wert und umgekehrt. Bewertet wird das Papier in Euro; Kursschwankungen der europäischen Währung gegenüber dem Dollar können also zu Werteverlusten des Papiers führen. In der Testperiode habe der Index für Anleger aus der Eurozone im Jahresdurchschnitt eine Performance von 37,71 %, sagt Singer.

Credit Suisse erhebt einen Ausgabeaufschlag von 3 Euro, das Papier kostet 103 Euro. Pro Quartal fallen Verwaltungsgebühren von 0,5 Prozent an. Die Zeichnungsfrist läuft vom 12. Juni bis zum 6. Juli, dann wird das Papier an den Börsen in Frankfurt und Stuttgart eingeführt (Kurse unter www.csfb.com/de). Nächster Termin für die Indexrevision ist der 30 Juni. Zu den bislang enthaltenen Unternehmen zählen Eastman Chemical und Quaker Oats.

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