CSFB streicht 1750 Stellen – Goldman Sachs kündigt 250 Investmentbankern
Weitere Entlassungen an der Wall Street

Die Entlassungswelle an der Wall Street findet kein Ende: Nach den Berichten vom vergangenen Wochenende über 4 000 geplante Entlassungen bei der Investmentbank JP Morgan Chase folgen nun auch Credit Suisse First Boston (CSFB) und Goldman Sachs mit weiterem Stellenabbau.

kk NEW YORK. CSFB, die Investmentbanktochter der Schweizer Credit Suisse Group, wird weitere 1 750 Stellen streichen. Die Bank will dadurch 500 Mill. Dollar sparen. Der CSFB-Chef John Mack begründete die Entlassungen in einer E-Mail an seine 25 000 Mitarbeiter mit der schwierigen Marktlage, die sich in den vergangenen Wochen noch verschlechtert habe. Die Entlassung von fünf bis sieben Prozent der Mitarbeiter sei daher unausweichlich. Mack hat bereits 4 500 Stellen gestrichen, seit er im Juli 2001 die Führung von CSFB übernommen hat. Dadurch hat er die Kosten um 1,8 Mrd. Dollar gesenkt.

CSFB steht nicht alleine da. Nach Angaben der Behörde für Arbeitsmarkt-Statistiken haben die Wall-Street-Firmen seit Ende 2000 bereits 54 000 Menschen entlassen - die größte Entlassungswelle in den letzten 25 Jahren. Die Banken reagieren damit auf die anhaltende Flaute im Emissions- und Fusions-Beratungsgeschäft. Das Investmentbankinggeschäft, das noch vor zwei Jahren der Motor der Banken war, hat sich zur Bremse entwickelt: Hoch bezahlte Investmentbanker bleiben ohne Aufträge und verursachen den Banken Kosten, die sie nun durch Entlassungen reduzieren.

Goldman Sachs will nach Informationen des "Wall Street Journals" mindestens 250 Investmentbanker entlassen. Das wären 10 % des Personals der Investmentbanking-Abteilung. Die Bank mit Sitz in New York hat in den vergangenen 12 Monaten bereits 2 800 Mitarbeitern oder 12 % der Belegschaft gekündigt.

Die geplanten Stellenstreichungen zeigen, wie pessimistisch Goldman Sachs die Aussichten auf eine Trendwende im Investmentbanking bewertet, kommentierten Investoren die Meldung. Letztes Jahr war der Personalbestand in Erwartung besserer Geschäfte konstant geblieben. "Das Geschäft läuft einfach nicht", bestätigte William Batcheller, Vermögensverwalter bei National City Corp. gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Und es gibt keine Anzeichen dafür, dass es bald besser würde."

Goldman Sachs hat seit Beginn des Jahres 58 % weniger Fusionen und Übernahmen begleitet als noch vor einem Jahr. Auch das Volumen der Aktien-Emissionen ist um 12 % zurückgegangen. Trotzdem rangiert Goldman Sachs im M&A- und im Emissionsgeschäft auf Platz Eins. Und im vergangenen Quartal konnte die Bank das schwache Investmentbanking-Geschäft vor allem durch gute Einnahmen beim Währungs- und Anleihe-Handel wettmachen. Nicht nur die schwachen Aktienmärkte machen den Investmentbanken zu schaffen. Belastend wirken zudem die Anschuldigungen, dass viele Aktienanalysten der Banken befangen seien.

Quelle: Handelsblatt

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