CSU-Chef spricht von herzlichem Treffen
Stoiber erwartet keine Alleingänge der USA

Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber ist am Freitag mit US-Präsident George W. Bush zusammengetroffen. Das herzliche Gespräch im Weißen Haus habe vor allem dem persönlichen Kennenlernen gedient, sagte Stoiber anschließend. Das fast einstündige Treffen war Höhepunkt der dreitägigen USA-Reise des bayerischen Ministerpräsidenten.

wiwo/ap WASHINGTON. Bush machte laut Stoiber deutlich, wie sehr ihm an einer engen Abstimmung und Zusammenarbeit mit Deutschland und Europa liege. "Ich habe in diesem Gespräch nichts von Alleingängen oder Unilateralismus gespürt," sagte der CSU-Chef.

Das Treffen sei besonders geprägt gewesen von dem jüngsten Anschlag in Jerusalem. Bush habe aber auch deutlich gemacht, dass sich die Europäer intensiver auseinander setzten müssten mit den Gefahren, die Irak mit seinen Massenvernichtungswaffen für die Welt bedeute. "Hier gibt es noch großen Diskussionsbedarf, um zu einem abgestimmten Verhalten zu kommen", sagte Stoiber.

Bush und er seien sich einig gewesen, dass das deutsch-russische Verhältnis ein Motor für notwendige gute europäisch-russische Beziehungen sei, sagte der Kanzlerkandidat. Russland sei ein wichtiger Partner im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. An dem Gespräch nahm zeitweise auch US-Vizepräsident Dick Cheney teil.

Am Vorabend hatte Stoiber vor dem US European Forum Jassir Arafat für das Scheitern des Nahost-Friedensprozesses verantwortlich gemacht. Viele Kritiker des israelischen Vorgehens verwechselten Ursache und Wirkung, sagte der bayerische Ministerpräsident. Der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde habe vor zwei Jahren das Friedensangebot des damaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak und des US-Präsidenten Bill Clinton pauschal abgelehnt. "Für mich ist der entscheidend Verantwortliche eindeutig Arafat", sagte der CSU-Chef. Die Europäer und besonders Deutschland müssten auch aus historischen Gründen ihre Mitverantwortung für das Lebensrecht des Judenstaates deutlich machen. Das sei die gemeinsame Meinung von CDU und CSU, sagte Stoiber.

Zugleich unterstützte er die Forderung der Amerikaner, Europa müsse militärisch stärker werden und in der Nato mehr Lasten übernehmen. Außerdem müsse die politische Abstimmung zwischen Amerikanern und Europäern besser werden, wie Pannen und Missverständnisse in der Irak- und Israelpolitik zeigten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%