CSU-Generalsekretär unterstützt Vorschlag von Merz
Auch Goppel will Zuwanderung zum Wahlkampfthema machen

"Ich halte Zuwanderung für eine wesentliches Thema unserer Tage", sagte der CSU-Generalsekretär in einem Fernsehinterview. Er unterstützte den entsprechenden Vorschlag von Unionsfraktionschef Friedrich Merz, der damit auf Kritik auch in der CDU gestoßen war.

ap MAINZ. Auch CSU-Generalsekretär Thomas Goppel hat sich dafür ausgesprochen, die Zuwanderung von Ausländern zum Wahlkampfthema der Union zu machen. "Ich halte Zuwanderung für eine wesentliches Thema unserer Tage", sagte Goppel am Montag im ZDF -"Morgenmagazin". Er unterstützte den entsprechenden Vorschlag von Unionsfraktionschef Friedrich Merz, der damit auf Kritik auch in der CDU gestoßen war. Goppel sagte, Zuwanderung sei "wichtig wegen der Rente - nach innen - und der eigenen Identität und unseres Kulturkreises wegen nach außen". Deshalb könne man es nicht ausklammern, wenn die Regierung das Problem bis zum Bundestagswahlkampf 2002 nicht gelöst habe.

Zugleich warnte Goppel vor "extremistischen Reaktionen", wenn Zuwanderer "nicht eingepasst" würden. Viele Menschen seien "in Deutschland zu Besuch - oft unfreiwillig auch aus deren Sicht - viele von ihnen mit einem ganz anderem Verhältnis zu Gesetzen und Grundlagen", erläuterte Goppel. Es müsse rechtzeitig dafür gesorgt werden, dass sie sich "an die Hausordnung halten" oder man müsse die Hausordnung ändern, sagte der CSU-Politiker.

Goppel: Es gibt Gäste die einen Sanatorium-Aufenthalt erwarten

Es gebe Gäste in Deutschland, die sich in der neuen Heimat nicht am "Gesamtgeschäft und Umtrieb" beteiligen wollten, sondern einen Aufenthalt "im Sanatorium" erwarteten, sagte Goppel. "Wir müssen uns darum sorgen, dass die zu uns Kommenden eingepasst werden." Wenn das nicht geschehe, befürchtet Goppel eine politische Entwicklung, die zu extremistischen Reaktionen führen könne. Diese Reaktionen zu bekämpfen, ohne an der Wurzel die Diskussion mit den Menschen zu führen, sei falsch.

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Volker Rühe, und der Vorsitzende der CDU-Einwanderungskommission, Peter Müller, hatten sich gegen eine Ausländerkampagne der CDU im Bundestagswahlkampf ausgesprochen.



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