CSU-Medienexperte kritisiert
Gerichtsshows sind „getarnter Voyeurismus“

Der CSU-Medienexperte Markus Söder hat die steigende Zahl von Gerichtsshows im Fernsehen kritisiert. "Dieses neue Genre ist nichts anderes als getarnter Voyeurismus", erklärte der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der CSU-Medienkommission am Donnerstag in München.

dpa/HB MÜNCHEN. Die Fälle von Kindesmisshandlung, Drogenmissbrauch, Telefonsex oder tödlichen Krankheiten seien frei erfunden, würden aber als wahr und authentisch inszeniert. "Vor allem Kinder, die zu dieser Zeit oft allein fernsehen, bekommen ein total verzerrtes Realitätsbild", klagte er. Kritik an den Gerichtsshows ist in den vergangenen Monaten auch von den Landesmedienanstalten und dem Deutschen Richterbund gekommen.

Die Zahl der Gerichtsshows wird sich in der neuen TV-Saison im Herbst weiter erhöhen. RTL will mit zwei neuen Formaten dem Sender SAT.1 Paroli bieten. Der Berliner Privatsender erzielt derzeit nachmittags mit Richterin Barbara Salesch und ihrem Kollegen Alexander Hold hohe Einschaltquoten. RTL, das bisher die ebenfalls erfolgreiche Jugendrichterin Ruth Herz im Programm hat, hat den Start der Sendung "Strafgericht" mit dem aus Hessen stammenden Richter Ulrich Wetzel angekündigt. Außerdem ist "Das Familiengericht" - eine Serie mit einem Richter und zwei Anwälten - geplant. Das ZDF wird außerdem seine Gerichtssendung "Streit um Drei" fortsetzen.

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