CSU-Politiker uneins über Bildungspolitik
Streit um Ganztagsschule in Bayern verschärft sich

Der Streit zwischen bayerischer Landesregierung und Kommunen um die Ganztagsschule verschärft sich. Der bayerischen Städtetags-Präsident, der Landshuter CSU-Oberbürgermeister Josef Deimer, warf am Montag in München Kultusministerin Monika Hohlmeier (CSU) vor, sich der bildungspolitischen Verantwortung im Schulbereich zu entziehen. Er forderte erneut dort Ganztagesschulen, "wo Eltern das wünschen".

ap MÜNCHEN. Bayern, das gerne den Anspruch erhebe, Nummer eins in Deutschland zu sein, laufe Gefahr, "auf schulpolitischem Gebiet ein Hinterherläufer zu werden", sagte Deimer. Für den Städtetag sei es unverständlich, warum sich der Freistaat keine echte bildungspolitische Innovation zutraue. Deimer kritisierte erneut Hohlmeiers Absicht, 30 solcher Schulen lediglich an sozialen Brennpunkten einzurichten: "Damit bekommt dieser Schultyp doch automatisch den Stempel aufgedrückt - dort gehen nur Kinder aus sozial schwachen Familien, Ausländer und schwer Erzeihbare hin."

Kultusministerin Hohlmeier hatte bereits mehrfach die Vorwürfe des Städtetags zurückgewiesen. Eine Ganztagsschule mit verpflichtendem Unterrichtsprogramm für alle Schüler bis 16.00 Uhr entspreche nicht den Wünschen und Bedürfnissen der Familie. Die Staatsregierung wolle auf Zusatzangebote und Hausaufgabenbetreuung setzen. Dem Städtetag hielt die CSU-Politikerin vor, die Ganztagsschule aus finanziellen Gründen zu favorisieren, da sie allein der Staat tragen müsste.

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