C&A weist Vorwürfe zurück - Edeka startet Preisoffensive - Metro-Chef fordert UWG-Reform: EU will Rabatte erleichtern

C&A weist Vorwürfe zurück - Edeka startet Preisoffensive - Metro-Chef fordert UWG-Reform
EU will Rabatte erleichtern

Die EU-Kommission will offenbar die Rabatt- Beschränkungen weitgehend aufheben. Wie es am Wochenende in Presseberichten hieß, wären danach generelle Rabatte außerhalb von Schlussverlaufszeiten legal, die dem Textilunternehmen C&A in der vergangenen Woche gerichtlich untersagt worden waren.

dpa HAMBURG. Wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (HAZ) am Samstag berichtete, liegt ihr ein entsprechender Verordnungsentwurf der EU-Kommission vor. "Bild am Sonntag" schrieb, nach den Vorstellungen der EU sollten die Mitgliedstaaten künftig "keine Verbote im Vorfeld von Saisonschlussverkäufen erlassen" dürfen.

In Deutschland hatte das gerichtliche Verbot der umstrittenen Rabattaktion von C&A eine Debatte um das Wettbewerbsrecht ausgelöst. Das Unternehmen hatte zur Euro-Einführung Anfang Januar zunächst Karten- und dann auch Barzahlern Preisnachlässe von 20 Prozent auf alle Waren gewährt.

C&A wies unterdessen einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" zurück, nach dem vor der Rabattaktion die Preise erhöht worden sein, um sie dann publikumswirksam zur Euro-Einführung zu senken. C&A habe zwar im Sommer 2001 auch mit Blick auf die Euro- Umstellung für sein gesamtes Standardsortiment neue Preise - teils höhere und teils niedrigere als zuvor - festgelegt, hieß es am Sonntag in einer Erklärung des Unternehmens. Die Idee für die 20- prozentige Rabattaktion sei erst im November 2001 völlig unabhängig von der Preiserhöhung im Sommer entstanden.

C&A-Kunden hätten unter dem Preisschild der vermeintlich billigen Ware noch einen anderen, günstigeren Preis gefunden, zitiert der "Spiegel" den Geschäftsführer der Wettbewerbszentrale Reiner Münker, die die Rabattaktion per Gericht untersagen ließ.

Der Chef des Metro-Handelskonzerns Hans-Joachim Körber hat unterdessen die Reform des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) gefordert. Die "engen Beschränkungen" des Gesetzes, die es "sonst nirgendwo in Europa" gebe, sollten "ersatzlos gestrichen werden", forderte er. Allerdings sollten Vorschriften, die eindeutig dem Verbraucherschutz dienen, bestehen bleiben.

Die Edeka-Gruppe startet in diesen Tagen eine Preisoffensive mit 500 durch das Signet gut und günstig gekennzeichneten Produkten, berichtete die "Welt am Sonntag". Edeka-Chef Hermann Ruetz wolle den Kunden klarmachen, dass sie bei Edeka nicht teurer einkaufen müssten als in den Discount-Märkten. Gleichzeitig werde die neue Kundenkarte bundesweit eingeführt, die bislang in einzelnen Märkten getestet wurde. Erste Erfahrungen zeigten einen klaren Trend zu steigenden Ausgaben pro Kunde.

Der Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle und die Deutsche Telekom hatten vergangene Woche ein Gemeinschaftsunternehmen für ihre Bonuspunkteprogramme angekündigt. Karstadt-Quelle will einen Kartenpool für etwa 20 Millionen Kunden aufbauen und damit das führende deutsche Bonussystem Payback, an dem die Kaufhof-Mutter Metro beteiligt ist, überflügeln. Mit KarstadtQuelle ist auch Tengelmann im Gespräch.Tengelmann will eine Kundenkarte für seine Supermärkte Kaisers/Tengelmann und die Drogerie kd einführen.

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